Neue Wege für deine Karriere

In unserem Blog teilen wir regelmäßig neue Artikel unseres Teams und Gastautoren rund um die Dinge, die uns in der täglichen Arbeit begegnen und beschäftigen.


In der Kategorie actifyX SAP S/4HANA Trainings berichten wir regelmäßig über neue Inhalte rund um das Thema SAP S/4HANA wie z.B. aktuelle Trainings, neueste Zertifizierungen, Änderungen und Best Practices.


In der Kategorie actifyXperience findest Du hochwertige Inhalte zu den Themen Karrieregestaltung und Bewerbung, Gesundes Arbeiten, Kommunikation und Konfliktmanagement. In unseren Beiträgen findest Du Reflexionsfragen, hilfreiche Tipps und Informationen, die Dich auf Deinem Weg hin zu Deiner beruflichen Zufriedenheit voranbringen. 


Du hast Fragen zu den Inhalten oder möchtest dich über unsere Leistungen informieren? Kontaktiere uns gerne über WhatsApp, Email oder per Telefon und wir informieren dich unverbindlich über unser Portfolio und die Möglichkeiten der Teilnahme.


Generation Connect - Perspektiven

In einer Welt, die immer digitaler und vernetzter wird, begegnen sich die Generationen auf neue und faszinierende Weise. Vom Pragmatismus der Babyboomer bis zur digitalen Selbstverständlichkeit der Gen Z – jede Generation bringt ihre eigenen Werte, Perspektiven und Erfahrungen mit.

Schreiben als Tool:
Die Vorteile liegen auf der Hand

Schreiben bringt einige Vorteile mit sich, die alle Schreibmethoden gemeinsam haben. Ein pragmatischer Grund vorneweg: Schreiben ist kostengünstig und in vielen Lebenslagen leicht umsetzbar. Zudem stellen sich positiven Effekte der Schreibpraxis auch ein, wenn Grammatik oder Ausdruck nicht „korrekt“ sind – Schreiben ist somit auch für Schreibanfänger:innen oder Personen, denen das grammatikalisch korrekte Schreiben aus verschiedensten Gründen schwerfällt, als Methode geeignet. Zudem gilt der Spruch „Papier ist geduldig“: Papier wertet nicht und guckt auch nicht nervös auf die Uhr, weil gleich der nächste Termin ansteht. Wir werden uns nach dem schriftlichen Zwiegespräch auch keine Gedanken machen „nur von uns geredet zu haben“. Papier können wir zerknüllen und somit unsere Gedanken einfach verwerfen. Wer Schreiben als Methode nutzen möchte, darf übrigens zu Zettel und Stift greifen und nicht die digitale Variante wählen. Durch das analoge Schreiben sprechen wir mehrere Areale im Gehirn an, was dazu führt, dass wir neue neuronale Netzwerke knüpfen und Informationen anders verarbeiten. 

Deinen Bedürfnissen und Wünschen näherkommen: Journaling

In Zeiten der Veränderung, wie beispielweise einer Bewerbungsphase oder einer beruflichen Neuausrichtung, kann es uns helfen, regelmäßig zu bestimmten Fragestellungen zu schreiben. Der Begriff, der für diesen Prozess verwendet wird, ist Journaling. Journaling ist eine Methode, die dir hilft, deinen Wünschen und Zielen auf die Schliche zu kommen. Es gibt einige Punkte, die du beachten kannst, bevor du die Methode ausprobierst:

 

Deinen Bedürfnissen und Wünschen näherkommen: Journaling

In Zeiten der Veränderung, wie beispielweise einer Bewerbungsphase oder einer beruflichen Neuausrichtung, kann es uns helfen, regelmäßig zu bestimmten Fragestellungen zu schreiben. Der Begriff, der für diesen Prozess verwendet wird, ist Journaling. Journaling ist eine Methode, die dir hilft, deinen Wünschen und Zielen auf die Schliche zu kommen. Es gibt einige Punkte, die du beachten kannst, bevor du die Methode ausprobierst:


  • Bei der Methode geht es darum, regelmäßig durch Aufschreiben deiner Gedanken in einen Prozess der Selbstreflektion und Erkenntnis einzusteigen. Du kannst deine eigene Journaling-Praxis ganz so entwickeln, wie du es brauchst. Hilfreich ist es, wenn du dir nach und nach eine Routine schaffst, sodass du möglichst regelmäßig Journaling praktizierst. Du kannst Journaling beispielweise als morgendliches Ritual nutzen, und immer vor Anbruch deiner Bürozeit 10 Minuten deine Gedanken aufschreiben.


  • Du kannst frei zu bestimmten Themen schreiben oder dich an einer festgelegten Fragestellung orientieren. Du wirst mitunter überrascht sein, was du auf dem Papier vorfindest! Wichtig ist, dass du dir nicht vorab zu viele Schranken auferlegst. Du musst deine zu Papier gebrachten Gedanken niemandem zeigen, wenn du es nicht möchtest.


  • Nutze Journaling über einen Zeitraum einiger Wochen und beobachte, welche Effekte die Methode auf dich nimmt.



Fragengeleitetes Journaling

Du findest im Internet zahlreiche Artikel mit Vorschlägen zu Fragen, welche du in deiner Journaling-Praxis nutzen kannst. Wir haben dir hier einige zusammengestellt, welche dich in Phasen der beruflichen Neuorientierung weiterbringen:

  • Wie habe ich mich in den letzten fünf Jahren beruflich weiterentwickelt?
  • Welche 10 Dinge kann ich wirklich gut?
  • Welche positive Rückmeldung aus meinem Berufsleben erinnere ich und warum?

Dankbarkeits- und Erfolgsjournal

Phasen der beruflichen Neuausrichtung sind häufig von Zweifeln oder auch schwierigen Erfahrungen, wie z.B. Absagen im Bewerbungsprozess, begleitet. Wenn wir uns in Elternzeit oder einer Phase der Arbeitslosigkeit befinden, fällt auch die Rückmeldung von Kolleg:innen und Führungskräften weg. Hier kann es uns helfen, eine Erfolgs – und Dankbarkeitsjournal zu führen. Hierfür schreibst du täglich drei Dinge oder Umstände auf, für die du dankbar bist. Zudem kannst du dir täglich oder wöchentlich deine Erfolge aufschreiben – auch wenn sie dir noch so klein erscheinen. Diese Routine wird dich und deine positive Selbstwahrnehmung stärken.

Themengeleites Journaling

Interessant kann es auch sein, wenn du zu bestimmten Begrifflichkeiten frei schreibst. Im beruflichen Kontext kannst du zu folgenden Begriffen frei losschreiben und sehen, was in die hoch kommt:

Karriere, Führung, Kollegen, Gehalt, Grenzen, Druck, Entwicklung, Kultur, Prioritäten, Konflikt.

Schreiben als Entlastung:
Expressives Schreiben

Eine weitere Methode, die du für dich nutzen kannst, ist die des expressiven Schreibens. Die Entwicklung dieser Methode geht auf den Psychologen James W. Pennebaker zurück, der sich intensiv mit der heilsamen Wirkung des Schreibens beschäftigte.


In einer Studie ließ Pennebaker zwei Gruppen von Studierenden über vier Tage für 15 Minuten jeweils über traumatische Kindheitserlebnisse oder über banale Alltagserlebnisse schreiben und überprüfte deren Gesundheitszustand im Anschluss. Mit verblüffenden Ergebnissen: Die Personen, welche sich mit ihren traumatischen Erfahrungen auseinandergesetzt hatten, nahmen weniger medizinische Hilfe in Anspruch als die Vergleichsgruppe.1   Auf Basis seiner Studie entwickelte er die therapeutische Methode des expressiven Schreibens. Die Grundidee des expressiven Schreibens – also das zu Papier bringen von belastenden Ereignissen und den zugehörigen Gefühlen – kannst du auch im Alltag nutzen: Wenn du in einer belastenden Situation bist – das kann beispielweise ein Konflikt am Arbeitsplatz sein oder die Angst vor dem nächsten Vorstellungsgespräch – kann es dir helfen, alle deine Ängste und Gedanken einfach ungehemmt rauszuschreiben. Setze dich an einen ruhigen Ort, stelle deinen Handywecker auf 10 Minten und schreibe deine Gefühle und Gedankengänge möglichst ungehemmt auf. Der Effekt dieser Methode: Häufig fällt es dir danach leichter, mit deinen Ängsten umzugehen. Du hast deinen Gefühlen Ausdruck verliehen und sie externalisiert – dadurch verlieren sie an Schrecken, und du bist besser in der Lage, Abstand zu gewinnen.2   


An der Stelle ein wichtiger Hinweis:

Expressives Schreiben kannst du ausprobieren, wenn du psychisch stabil bist. Wenn du dich in psychotherapeutischer Behandlung befindest, sprich mit deinem/deiner Therapeut:in, bevor du mit dem expressiven Schreiben beginnst.

Fazit

Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren der hier vorgestellten Methoden. Der Beginn einer Schreibroutine kann dir auch eine gute Vorbereitung sein auf unser kostenloses Webinar zum Thema


  • „Jahresvision 2024“
  • am 31.01.2024
  • ab 16.00 Uhr


Wenn du dabei sein möchtest, kannst du gerne unter folgendem Link teilnehmen: Deine Jahresvision 2024 


Herzliche Grüße

Deine Katharina 


Quellen:

[1] Pennebaker J.W., Beall S.K. (1986): Confronting a traumatic event: toward an understanding of inhibition and disease. In: Journal of Abnormal Psychology. 95 (3): 274–81. doi:10.1037/0021-843x.95.3.274.

[2]Blogeintrag von Liv Scharbotkte https://www.happy-writing.de/blog/was-ist-expressives-schreiben

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Wenn der alltag um die ecke kommt...

Wir bewegen uns heute in einer Zeit, in der sich für uns schier unendliche Optionen eröffnen. Wir haben das Privileg, das wir für unseren Weg viele Entscheidungen treffen dürfen, sei es privat oder beruflich. Diese Freiheit bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Wie soll man sich orientieren, wenn man einen schieren Dschungel an Möglichkeiten vor sich hat? Manche von uns kennen das Gefühl oder gar die Angst, ihr Leben zu „verpassen“ oder es mit Tätigkeiten, Menschen und Dingen zu verbringen, die sie letztlich gar nicht zufrieden machen. Aber wie soll man eigentlich herausfinden, was man „wirklich will“? Und das dann auch noch in Ziele übersetzen, die man bestenfalls auch noch erreicht. Viele von uns fühlen dann einen solchen Druck, dass sie sich ganz überfordert fühlen. Nehmen wir einmal an, dass wir wissen, wohin wir möchten, gibt es eine weitere Schwierigkeit: Unser Alltag. Wie ein schwarzes Loch absorbiert er uns mit so vielen Verpflichtungen und Kleinkram, die uns so vereinnahmen, dass wir schnell unsere Tage und Wochen mit Tätigkeiten füllen, die gar nicht dem entsprechen, was uns wirklich wichtig ist. Haushalt, Kinderbetreuung, berufliche Deadlines und Termine, familiäre Verpflichtungen, die „Rush Hour“ des Lebens…die Liste ist lang und oftmals sind wir so geschafft vom täglichen Doing, dass wir abends einfach nur in irgendein elektronisches Endgerät starren und uns berieseln lassen. Und dann noch unzufriedener sind, und noch mehr das Gefühl bekommen, in einem Kreislauf festzustecken. 

Was dich davon abhält, dein inneres Navigationssystem zu starten

Stelle dir einmal folgendes Szenario vor: Du steigst in dein Auto und fährst einfach so drauf los. Ohne Ziel. Du kommst zur ersten Abbiegemöglichkeit, aber wie sollst du dich entscheiden, ob du rechts oder links weiterfährst? Du entscheidest einfach nach Gefühl. Natürlich läuft dein Tank kontinuierlich leer, denn ohne Treibstoff keine Motorleistung. Du kommst eventuell an schönen Landschaften vorbei, die du vielleicht erstaunt wahrnimmst und dich über den schönen Ausblick freust. Vielleicht fährst du auch in ein weniger attraktives Industriegebiet mit einer Sackgasse und ärgerst dich, dass du an so einem Ort ausgekommen bist.


Die beschriebene Autofahrt kannst du metaphorisch auch auf dein Leben übertragen – wenn du nicht weißt, wo du dein „Lebensauto“ hinlenken möchtest, kommst du auch nirgendwo an. Während deine Energie im Sinne von „den Tank leerfahren“ oder auch schlicht deine Lebenszeit kontinuierlich abnehmen.  


Aber welche Gründe kann es geben, dass du nicht ins Tun kommst, wenn es um das Festlegen von Zielen geht? Was hindert dich daran, dein „inneres Navi“ zu programmieren?

  

 

Du weißt nicht, wo du hinwillst.

Paris, London oder doch lieber eine Fahrt aufs Land? Dir fällt es schwer, dich erst Mal für einen Zielort zu entscheiden. Hier können zwei Dinge eine Rolle spielen: Entweder bist du dir nicht im Klaren, was deine Bedürfnisse und Fähigkeiten sind. Um beim Navi-Beispiel zu bleiben: Wenn du ein hohes Bedürfnis nach Ruhe in der Natur hast und du sehr gut im Holz hacken bist, findest du in einem schmucken Dorf auf dem Lande sicherlich eher die Erfüllung als in einer Metropole. Für dein Leben bedeutet das: Du darfst herausfinden, welche Bedürfnisse du hast und welche Werte dir wichtig sind, wenn du dein Leben für dich gestalten möchtest. Wenn du dem nähergekommen bist, kannst du danach Ziele formulieren und Prioritäten setzen. Eine weitere Blockade kann sein, dass du von der Idee getrieben bist, den perfekten Zielort eingeben zu müssen. In dem Fall kannst du dir überlegen, ob es für dich sinnvoll ist, erst Mal ein kleines Teilziel festzulegen und darauf zuzusteuern, um dir so den Druck zu nehmen.

Du hast Angst, dass du dein Ziel nicht erreichst.

Die Fahrt ist zu weit, zu gefährlich oder der Sprit geht dir aus: Viele Menschen kennen die Angst, sich selbst Ziele zu setzen, von denen sie denken, dass sie diese nicht erreichen. Nimm diese Angst ernst und frage dich, was es genau ist, was dir Angst macht. Gehst du mit dir selbst hart ins Gericht? Welche Bedenken kommen dir in den Sinn und was brauchst du, um diese kleiner werden zu lassen? Vielleicht motiviert dich folgender Gedanke: Wenn dein Weg steinig wird, dein Tank leer ist – das alles ist einfacher auszuhalten, wenn du weißt, wo du hinwillst und warum. Unterwegs wird es zu weiterer Unwegsamkeit kommen, wie beispielweise einem Stau oder einer Straßensperrung. Dann kannst du in dich vertrauen und Lösungen finden, die dir in der konkreten Situation helfen.

Du hast Sorge, dass dein Ziel dich enttäuscht.

Diese Angst kann dir besonders zusetzen, wenn du dir nicht erlaubst, dein Ziel zu ändern, wenn sich herausstellt, dass du doch etwas anderes willst. Manchmal haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass wir unsere Ziele vor anderen hart verteidigen mussten. Beispielsweise der Sohn, der Künstler werden will, obwohl der Vater für ihn eine Beamtenkarriere gewünscht hat. Dann fällt es uns schwer, zuzugeben, wenn wir doch nicht erfüllt sind von dem, was wir vorher vehement durchgesetzt haben.  In manchen Fällen hast du zur Zielerreichung auch schon viel Zeit und Arbeit investiert. Beispiele können hier das Studium sein, was dir letztlich nicht richtig zusagt, oder du bist bereits mit deinem Partner zusammengezogen, und das Zusammenleben gestaltet sich nicht so, wie erhofft. Aber: All diese Erfahrungen bringen dich näher zu dem, was dich wirklich glücklich macht. Denn auch zu wissen, was du nicht willst, kann dich weiterbringen. Fast jede Entscheidung ist revidierbar oder im Ergebnis so zu verändern, dass du glücklich damit bist. Dafür braucht es deinen Mut und viel Ehrlichkeit gegenüber dir selbst.

Vorteile, die eine klare Zielsetzung mit sich bringt

Welche Vorteile hat es, wenn wir uns Ziele setzen und los gehen, um diese zu erreichen?


1. Es stärkt unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstwirksamkeit. Wenn wir uns unser Selbst bewusst sind, also unsere Bedürfnisse und unsere Stärken kennen, können wir das Leben führen, das wir uns wirklich wünschen. Wir keine passiven Teilnehmer:innen in unserer Lebens-Vorführung, sondern wir sind aktive Hauptdarsteller:innen und können Erfolge auch wirklich auf uns zurückführen – ebenso wie Misserfolge. Beides ist aber kein Zufallsprodukt mehr, und das stärkt uns.


2. Zudem fällt es uns viel leichter, Entscheidungen zu treffen hinsichtlich der immensen Aufgabenflut, die täglich auf uns einprasselt. Wenn wir Ziele haben, können wir entscheiden, was wir tun und lassen – ob eine Aktivität oder Anfrage auf die Erreichung unseres Ziels einzahlt oder eben nicht. Wir sind in der Lage, Prioritäten zu setzen.



Ein weiterer Punkt, dass uns manchmal den Weg hin zu der Umsetzung unserer Träume erschwert:


Wir nehmen uns nicht die Zeit im alltäglichen Wirrwarr, um zu reflektieren und zu planen.


Hast du Lust bekommen, dir eine Jahresvision mit konkreten Zielen für das Jahr 2024 zu bauen? Du hast Lust, dir dafür Zeit und Raum zu nehmen und mit begleitenden Impulsfragen deine bisherigen Erfolge zu reflektieren und darauf aufbauend deine Jahresvision auszurichten? Du möchtest Losgehen für ein Leben, dass dich wirklich erfüllt?


Dann nehme gerne an unserem kostenfreien Webinar am 31.01.2024 um 16:00 Uhr teil. Du hast hier die Möglichkeit, dich bei der Erstellung deiner Vision durch uns begleiten zu lassen und dich zudem – wenn du möchtest – in der Gruppe auszutauschen. In den kommenden Blogartikeln stellen wir dir vorbereitend kreative Möglichkeiten zur Verfügung, wie du deinen Werten näherkommen kannst und wie du Prioritäten setzt.


Herzliche Grüße, deine Katharina

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Resilienz im Fokus

Die promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin sowie Expertin im Bereich Resilienz Prof. Jutta Heller beschreibt, was resiliente Menschen ausmacht: Sie lassen schwierige Ereignisse nicht einfach an sich abprallen, aber fallen durch resilientes Verhalten nicht in ein tiefes Loch beziehungsweise schaffen es, nach einem Stressor schnell wieder in ihre alte Form zurückzufinden oder diese sogar zu „übertreffen“.1  In dem Zusammenhang kann man an den Begriff von posttraumatischem Wachstum denken, welchen die Wissenschaftlerin und Professorin in positiver Psychologie, Judith Mangelsdorf, untersucht hat. Sie definiert jedoch einen wichtigen Unterschied zwischen Resilienz und posttraumatischen Wachstum: Die resiliente Reaktion eines Menschen ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Mensch nur kurzfristig und nicht in erheblichem Maße von einem belastenden Ereignis beeinflusst wird. Beim Phänomen des posttraumatischen Wachstums schließt an das belastende Ereignis eine lange Phase des Leidens sowie der Destabilisierung der psychischen Grundannahmen an. Diese Phase kann in einer Erweiterung der psychischen Ressourcen münden. Dieser Prozess findet in der resilienten Reaktion nicht oder nur in geringem Maße statt.2 Auch wenn wir in der resilienten Reaktion keine grundständige Neuordnung unseres Seins erleben, wachsen wir laut Prof. Jutta Heller im besten Fall an den uns begegnenden Herausforderungen. Die Resilienzforschung hat verschiedene Faktoren bestimmt, welche die Resilienz eines Menschen beeinflussen. Dabei werden Schutzfaktoren und Risikofaktoren unterschieden. Die Umschreibung der Faktoren geht auf die Entwicklungspsychologin Emmy Werner zurück.3 Sie umschrieb, dass Schutzfaktoren eine positive Lebensanpassung beziehungsweise die Bewältigung einer herausfordernden Situation begünstigen. Die Wissenschaft unterscheidet zwischen Ressourcen und Eigenschaften. Ressourcen umschreiben Aspekte einer förderlichen Umgebung, Eigenschaften beschreiben die individuellen Schutzfaktoren einer Person.4 Im vorliegenden Artikel konzentrieren wir uns auf die resilienzförderlichen personenzentrierten Faktoren. 

Die sieben Säulen der Resilienz

Ebenso wie wir eine Vielfältigkeit in der Definition von Resilienz vorfinden, setzt sich dies fort, wenn es um die Beschreibung der schützenden Eigenschaften geht. Es gibt eine Vielzahl an Modellen, welche Faktoren zusammenfassen, die eine resiliente Person ausmachen. Im Wesentlichen einigen sich die Modelle darin, dass die genannten Eigenschaften in drei Bereiche unterteilt werden können:


Interaktionale Fähigkeiten, kognitive Fähigkeiten und Aspekte emotionaler Stabilität.5


Ein bekanntes Modell ist das 7-Säulen-Modell von Ursula Nuber, welche folgende Elemente benennt, die die Resilienz einer Person positiv beeinflussen: 


  • Optimismus, 
  • Akzeptanz, 
  • Lösungsorientierung, 
  • Opferrolle verlassen, 
  • Verantwortung übernehmen, 
  • Netzwerkorientierung, 
  • Zukunftsplanung.6   


Eine Übersicht liefern auch die Forscher:innen Karen Reivich und Andrew Shatté, welche sieben Faktoren zusammengefasst haben, die einen hoch resilienten Menschen ausmachen7


  • Empathie: Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und auch die eigenen Gefühle einordnen zu können. 


  • Emotionsteuerung: Die eigenen Gefühle wahrnehmen, einordnen und über Strategien verfügen, mit den eigenen Emotionen umzugehen. 


  • Impulskontrolle: Menschen mit Impulskontrolle können Dinge zu Ende bringen und erreichen ihre Ziele, was in großer Zufriedenheit resultieren kann und geben nicht schnell auf. 


  • Selbstwirksamkeit: Selbstwirksame Menschen haben die Haltung, dass sie ihre Situation aktiv durch ihr Handeln beeinflussen können. 


  • Kausalanalyse: hiermit ist die Fähigkeit gemeint, ein Problem zeitlich und inhaltlich zu analysieren. Gründe für Erfolg und Misserfolg werden zutreffend eingeschätzt und die Gefahr, Fehler erneut zu begehen, wird verringert. 


  • Realistischer Optimismus: Bedeutet, dass ich die Realität treffend einschätzen kann und ein gesundes Maß an Risiko- und Problemeinschätzung habe. Prinzipiell habe ich die Gewissheit, dass sich Dinge zum Guten wenden können. 


  • Zielorientierung: Menschen mit Zielorientierung haben ein klares Bild davon, was sie erreichen möchten, und gehen die Schritte zu ihrem Ziel gelassen, aber konsequent an. 


Bei genauerer Betrachtung der sieben Faktoren, fällt auf, dass alle sieben in Verbindung stehen und einander bedingen. Empathie für sich selbst und andere kann dabei als grundlegende Basis für das Gelingen der anderen Kompetenzen angesehen werden. Zudem stellt sich die Frage: Wie können wir das Wissen, welches uns Resilienzmodelle liefern, in konkrete Handlungsschritte übersetzen?

 

Was hat Resilienz mit Coaching zu tun?

Theoretisches Wissen über Resilienzmodelle ist gut – aber wie kann jede:r Einzelne von uns konkret in die Umsetzung kommen?


Oftmals wissen wir rein kognitiv, was uns stressresilienter macht – aus vergangenen Lebenszeiten, in denen wir vielleicht andere Ressourcen und Bedingungen zur Verfügung hatten, als es gegenwärtig der Fall ist.


Im Strudel des Alltags verlieren wir uns aus den Augen und erzählen uns selbst im schlimmsten Fall die immer gleichen, negativen Geschichten über uns selbst.


Die Bewertung von Situationen bringen uns zu falschen Rückschlüssen und Fehleinschätzungen, die uns nicht weiterbringen und uns schwächen.


Welche Vorrausetzungen brauchen wir, um die sieben Faktoren ausbauen zu können?


Was ist passiert, was nehme ich aus einer Situation mit, was möchte ich wie in Zukunft angehen? Fragen, deren Beantwortung vor allem eins brauchen: Ungestörte Zeit. Und die ist in unserer Welt Mangelware. Irgendwas ist immer, lenkt uns ab oder fordert unsere Aufmerksamkeit.

Wie können wir in die Vorrausetzungen schaffen, die resiliente Verhaltensweisen? Eine Möglichkeit ist Coaching. Eine Coaching-Sitzung ist zunächst überhaupt die Bereitstellung von Zeit und Raum. Der/die Coach ist eine neutrale Person, die dir mittels Fragen und Übungen einen Perspektivwechsel ermöglicht und deine Stärken und Erfolge mit dir sichtbar macht. Du kriegst Bewusstheit über deine innere Wahrheit und kannst Entscheidungen für dich und dein Leben treffen, die dich nachhaltig zufrieden machen. Am Ende eines Coachingprozesses solltest du dich in den sieben Faktoren gestärkt fühlen, auch wenn der Hauptfokus je nach Auftrag natürlich mehr auf dem einen oder dem anderen Aspekt liegen kann. Es kann also gesagt werden, dass Coaching als Abkürzung hin zu resilienteren Verhaltensweisen verstanden werden kann und in Konsequenz eines Coachingprozesses deine Resilienz gestärkt wird.



Ausblick und Überraschung zum Jahresbeginn

Dieser Blogartikel wird die Artikelreihe 2023 schließen. Im kommenden Jahr wird unser Coaching-Team ein weiteres Format launchen:


Es wird Webinare🚀 zu verschiedenen Themen geben, an denen du live online teilnehmen kannst. Dabei wird es eine Mischung aus Impulsvorträgen zu bestimmten Themen und interaktiven Formaten geben.


Passend zum Resilienzfaktor Zielorientierung sowie Selbstwirksamkeit bieten wir im Januar das interaktive Mitmach-Format Deine Vision für 2024 an. Wir laden euch ein, mit uns eure Erfolge zu feiern, für euch zu entscheiden, was ihr 2024 in euer Leben einladen möchtet und was gehen darf. Am Ende gehst du mit deiner Jahresvision aus dem Webinar, wirst dich beflügelt und gestärkt fühlen – und ganz automatisch deine Resilienz verstärken.


Wir freuen uns sehr, wenn du dabei bist – Termine und weitere Infos veröffentlichen wir auf unseren Social Media-Kanälen und natürlich auch hier auf unserer Website. 


Das Coaching-Team der actifyX wünscht dir Feiertage nach deinem Geschmack: Ob nur mit dir, in Gesellschaft, mit Familie, Freund:innen, zu Hause oder unterwegs, leise oder eher laut. Wir freuen uns, wenn du uns als Leser:in auch 2024 begleitest. Wenn Du Themenwünsche hast – schick uns gerne eine Nachricht.


Fröhliche Weihnachten 🎄& einen guten Start 🚀 ins neue Jahr! 

Quellen:

[1] Artikel von Prof.Dr. Jutta Heller https://juttaheller.de/resilienz/resilienz-abc/definition-individuelle-resilienz/ (aufgerufen am 20.12.2023)

[2] Mangelsdorf, J. Posttraumatisches Wachstum. Z Psychodrama Soziom 19, 21–33 (2020). https://doi.org/10.1007/s11620-020-00525-5

[3] Thun-Hohenstein, L., Lampert, K. & Altendorfer-Kling, U. Resilienz – Geschichte, Modelle und Anwendung. Z Psychodrama Soziom 19, 7–20 (2020).

[4] Fergus, S., & Zimmerman, M. (2005). Adolescent resilience: a framwork for understanding healthy development in the face of risk. Ann Rev Publich Health, 26, 399–419.

[5] Blogartikel von Sebastian Mauritz, https://www.resilienz-akademie.com/resilienzmodelle-im-vergleich/ (augerufen am 20.12.2023)

[6] Blogartikel von Juliane Vogler https://www.psymag.de/16184/stressresistenter-sieben-saeulen-resilienz/ (augerufen am 20.12.2023)

[7] Blogartikel von Dr.Denis Mourlane https://www.business-wissen.de/artikel/resilienz-7-resilienzfaktoren-widerstandsfaehiger-menschen/ (aufgerufen am 20.12.2023)

Resilienz – ein Definitionsversuch

Bei dem Versuch, Resilienz zu definieren, begegnen wir einer großen Vielschichtigkeit des Begriffes. Gibt man den Begriff in die gängige Suchmaschine ein, findet man unzählige Beschreibungen, was unter Resilienz zu verstehen ist. Sebastian Mauritz, Buchautor und Experte im Bereich Resilienz, fasst zusammen, dass es nicht die eine Definition für Resilienz gibt.Er nennt verschiedene Resilienz-Beschreibungen, aus denen wir einige Kernaussagen zusammengefasst haben:


  • Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, seine mentale und physische Gesundheit aufrechtzuerhalten und nach stressigen Erlebnissen wiederherzustellen.


  • Eine resiliente Person besitzt Kompetenzen, die sie befähigen, mit Problemen umzugehen und Lösungen zu finden. Die Person verharrt nicht in dysfunktionalen Verhaltens- und Gedankenmustern.


  • Resilienz ist nicht statisch, sondern ein dynamischer Prozess, in welchem ein Individuum auf vorhandene Ressourcen im Umgang mit Stress und Trauma zurückgreift. Zudem werden neue Strategien entwickelt, mit negativen Ereignissen positiv umzugehen.


  • Eine Person kann als resilient beschrieben werden, aber auch ein System oder eine Organisation kann als resilient gelten, wenn eine Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Stressoren vorhanden ist.


Ein sehr spannendes Zitat liefert zu dem Thema Sarah Boyd:


„Von einem bewegenden Ereignis emotional nicht berührt zu sein, ist keine Resilienz – das ist Dissoziation.“ 2


Demnach bedeutet resilient sein nicht, Gefühle wegzudrücken oder gegenüber schwierigen Erlebnissen äußerlich gleichgültig zu erscheinen. Es bedeutet viel mehr, Gefühle zuzulassen und anzuerkennen, um dann im Nachgang einen konstruktiven Umgang mit dem Erlebten zu finden. Eine kurze Zusammenfassung liefert uns Mauritz:


„Resilienz ist die Fähigkeit, flexibel mit Stress umzugehen und somit Probleme und Krisen unbeschadet zu überstehen.“ 3 

 

Der Ursprung der Resilienz

Die Resilienzforschung beschäftigt sich mit der Frage, welche Faktoren unsere mentale Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. Die Ersterwähnung des Begriffs wird dem Psychologie-Professor Jakob „Jack“ Block zugeschrieben.  Dieser forschte in einer Langzeitstudie erstmals zur Resilienz bei Kleinkindern. Hierzu beobachtete er Kinder unter anderem in Bezug auf ihre Fähigkeiten im Umgang mit Stress. Er beschrieb, das resiliente Kinder von ihren Kindergärtner:innen als empathischer, emotional situationsangepasster sowie neugierig, weniger ängstlich, sich selbst akzeptierend, kreativer und weniger Rückversicherung benötigend beschrieben wurden. Einen grundlegenden Beitrag zur Resilienzforschung sowie zur Einführung des Begriffs in die Psychologie leistete die amerikanische Forscherin Emmy Werner. Sie untersuchte über Jahrzehnte eine Geburtskohorte der Insel Kauai. 1989 veröffentlichte sie ihre Arbeit, in welcher sie eine Gruppe von Kindern beschrieb, welche es im Vergleich zu anderen Kindern, die ähnliche Belastungen erlebt haben, geschafft hatten, ein zufriedenes, erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Parallel zu Werner untersuchte Anton Antonovsky den psychischen und physischen Zustand von Frauen, welche ein Konzentrationslager überlebt hatten. In seiner Studie fand er einen Anteil von 30% der Frauen, die trotz der gemachten Erfahrung gesund waren. Diese Beobachtung ließen ihn die Frage stellen, welche Ressourcen und Faktoren dazu geführt hatten. Infolge seiner Untersuchungen entwickelte er sein Modell der Salutogenese, welches als Modell die Entstehung von Gesundheit beschreibt.6

Grenzen der individualisierten Resilienz

Die Autoren Ottomeyer und Redemann haben 2017 den Band „Fit für die Katastrophe? Kritische Anmerkungen zum Resilienzdiskurs im aktuellen Krisenmanagement“ herausgebracht. In dem Band teilen verschiedene Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen der Psychologie, Sicherheitspolitik, Ökologie, Migrationsforschung, Psychologie und humanitären Hilfe ihre Perspektive auf die aktuelle Nutzung und Entwicklung des Resilienzkonstruktes.


Sie warnen davor, Resilienz als Allheilmittel für alle Probleme und Krisen der heutigen Welt zu verwässern. In ihrer Buchbeschreibung heißt es:


„Zunehmend wird das Resilienzkonzept jedoch zur paradoxen Rechtfertigung, um den Blick von den Ursachen der Krisen abzuwenden und gesellschaftliche Verantwortung in die Sphäre des Privaten abzudrängen.“ 7


Während die Idee und Erforschung der Resilienz wichtige Beiträge im Hinblick auf den Erhalt von Gesundheit geliefert hat, darf der Aufbau von Resilienz des Einzelnen nicht als Ablenkung von den Ursachen gesellschaftlicher Missstände genutzt werden.

Was bedeutet diese Perspektive für die Arbeit mit Resilienz im Kontext von Coaching oder Training?

Wir bewegen uns als Coaches und Coachees beim individuellen Aufbau von Resilienz in einem Spannungsfeld. Symptome, welchen Krankheitswert zugeschrieben wird oder die unsere Funktionalität einschränken, können als gesunde Reaktion auf ein krankendes System betrachtet werden.  


Der Wunsch nach einer Veränderung im System ist groß und in vielen Bereichen auch notwendig. Die Grenzen der individuellen Resilienzfähigkeit anzuerkennen und Symptome von Erschöpfung, Ängsten oder Burn-out-Phänomenen zu würdigen, kann Teil des Prozesses sein, die Resilienzfähigkeit zu stärken.

 

Beides steht nicht im Widerspruch. Diese Umstände im Hinterkopf zu haben, kann ein Coaching im Bereich Resilienz mit einer systemischen Perspektive verbinden. 

VUCA und SSEE: Zwischen den Welten 

Wieso ist Resilienz in der Arbeitswelt wichtig? Stressbedingte Zustände, die in Fehltagen resultieren, nehmen stetig zu. So vermelden Krankenkassen wie die Kaufmännische Krankenkasse einen Zuwachs im Bereich der psychischen Erkrankungen im Jahr 2022 um 16 %. Vorreiter waren die Diagnosen depressiver Episoden, Depressionen und Anpassungsstörungen.8  


Als Ursache benannte die KKH die Folgen der Pandemie sowie des Ukraine-Krieges. Chronische Erschöpfung, Angststörungen und somatoforme Störungen verursachten laut Aussage der KKH Ausfälle in der Arbeitnehmerschaft. Dabei zeigte sich, dass in der männlich gelesene Versichertengruppe der Anstieg psychischer Erkrankungen höher war als in der weiblich gelesenen Gruppe.


Männlich gelesene Personen haben mehr unter dem Wegfall sozialer Aktivitäten und Bewegungsmangel gelitten, weiblich gelesene Personen gaben als große Belastung den Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Carearbeit an (ein Problem, das schon vor der Pandemie bestand).


Auch wenn die Zahlen mit dem Post - Zustand der Pandemie assoziiert sind, tragen wir die Folgen weiterhin. Neben dem aktuellen Weltgeschehen befinden wir uns im digitalisierten Zeitalter, deren Merkmale mittels des VUCA-Modells beschrieben werden. Das Akronym steht für:


  • volatile (unberechenbar/ flüchtig)
  • uncertain (unsicher/ ungewiss)
  • complex (komplex, vielschichtig)
  • ambiguous (mehrdeutig, unklar, widersprüchlich)

Diese Aspekte werden insbesondere genutzt, um die Belastungsfaktoren unserer modernen Businesswelt zusammenzufassen. Die genannten Faktoren führen zu Stress und Unsicherheit bei Mitarbeiter:innen sowie ganzen Organisationen.


An der Stelle stellt sich die Frage, was die jetzige Zeit für uns so viel herausfordernder macht als frühere Zeiten. Mit Herausforderungen wurde die Menschheit schon immer konfrontiert, neu ist die Komplexität und Schnelllebigkeit. Als Gegenentwurf zur VUCA-Welt haben Gabriele Amann und Martin Ciesielski den Begriff der SSEE-Welt entwickelt. Die Buchstaben stehen für:


  • stable (stabil)
  • secure (sicher)
  • easy (einfach)
  • explicit (eindeutig)


Mauritz beschreibt Resilienz als das, was zwischen VUCA und SSEE passiert. Laut ihm sind beide „Welten zu jederzeit, also auch in krisenhaften Zuständen, vorhanden. Resilient sein bedeutet, sich zwischen den Welten flexibel bewegen zu können.


Hierzu sind Fähigkeiten der Anpassung, Adaptivität  und Regulation nötig. Mauritz benennt, dass Resilienz nicht ausschließlich mit Entspannung gleichgesetzt werden kann. Vielmehr ist Resilienz die Kompetenz, sich auch aktivieren zu können und Anspannung zu einem gewissen Grad standzuhalten. Für den Erhalt der eigenen Gesundheit ist es wichtig, fähig zu sein, zwischen Phasen der Anspannung und Entspannung wechseln zu können.9 


In der kommenden Woche stellen wir Euch Modelle sowie Schutzfaktoren vor, welche positiven Einfluss auf deine Resilienz nehmen. Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und mehr zum Thema erfahren möchtet.


Du willst tiefer eintauchen und interessierst dich für ein Coaching? Kontaktiere uns gerne und nimm unsere unverbindliche sowie kostenfreie Beratung  zu unseren Coachingangeboten in Anspruch. 

Quellen:

1 Blogeintrag von Sebastian Mauritz https://www.resilienz-akademie.com/resilienz/ (aufgerufen am 12.12.2023)

2 Offizielle Homepage von Sarah Boyd https://www.resilientlittlehearts.com/blog/ (aufgerufen am 14.12.2023)

3 Blogeintrag der Resilienz-Akademie https://www.resilienz-akademie.com/die-geschichte-der-resilienz/ (aufgerufen am 13.12.2023)

4 Thun-Hohenstein, L., Lampert, K. & Altendorfer-Kling, U. Resilienz – Geschichte, Modelle und Anwendung. Z Psychodrama Soziom 19, 7–20 (2020).

5 Werner, E. E. (1989). A longitudinal study from birth to 32 years. Am J Orthopsychiatry, 59(1), 72–81.

6 Antonovsky, A. (1997). Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Tübingen: dgvt.

7 https://www.psychosozial-verlag.de/2670 (zuletzt aufgerufen am 13.12.2023)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/141288/nachrichten/nachrichten/141161 (aufgerufen am 13.12.2023)

Siehe Fußnote 1

Die Natur als Vorbild

Kann das nicht bis ins neue Jahr warten? Natürlich, aber die gegenwärtige Zeit bietet sich hervorragend an. Nur auf eine etwas andere Art, als du vielleicht vermutest.


Zunächst einmal ein kleines Gedankenspiel: denke einmal an die Natur und die Begebenheiten der winterlichen Jahreszeit. Wenn wir die Tier- und Pflanzenwelt beobachten, sehen wir: Tiere igeln sich ein, manche machen Winterschlaf, manche leben von ihren Vorräten oder kommen mit dem kargeren Nahrungsangebot zurecht. Die meisten Tiere versuchen, energiesparend über die Monate zu kommen. Kein Tier wird sich denken: Ach herrje, jetzt im Winter, da sollte ich aber genauso energetisch sein wie im Sommer. Im Winter herrscht nicht die Fülle der Sommerzeit oder der Aufschwung des Frühlings, auch die Erntezeit des Herbstes ist vorüber. Viele Bäume haben ihre Blätter komplett abgeworfen, Pflanzen verlieren ihre Blüten und ziehen sich in die Erde zurück. Durch Schnee und Eis ist alles stiller, fester, Wasser hat seine Form von fließend zu ruhend eingenommen. Die Natur scheint eine Pause einzulegen. Eine Pause, in der sie regeneriert, in der sie Platz macht für Neues und Altes bewahrt. In der sie innehält. Ist es vor dem Hintergrund nicht fast ein bisschen irre, dass für uns der Dezember häufig mit einer der anstrengendsten und dichtesten Monate im Jahr ist?


Neben den sozialen Verpflichtungen bricht auch im Arbeitsleben oft die Idee aus, „dieses und jenes noch vor Jahresende“ fertig zu bekommen. Weihnachten soll möglichst mit dem befriedigenden Gefühl von „alles erledigt“ stattfinden.


Auch, wenn es uns unser Alltag schnell vergessen lässt: Wir sind – wie alles Leben um uns herum - zyklische Wesen. Wesen, die nicht dafür gemacht sind, 365 Tage im Jahr in voller Produktivität zu leben. Wesen, die vom Rhythmus der Jahreszeiten sowie den zyklischen Abläufen in unseren Körpern beeinflusst werden. Fast schon absurd erscheint da die Idee, dass wir immer und jederzeit gleichbleibend Energie zur Verfügung haben können. Inspiriert von der Natur und der Qualität der Jahreszeit Winter, soll der heutige Artikel im Zeichen der Langsamkeit und des Bedachts stehen: Bevor wir etwas „dazutun“ in Form von Wissen und Ausprobieren, soll der erste Artikel in diesem Dezember dich zu folgender Idee anregen:


Was kannst du weglassen? 

Deine Not-to-do-Liste

Wenn du den Gedanken vom Weglassen ein wenig sacken lässt, kann er dir richtig Freude bringen. Besonders viel Spaß kann das Schreiben einer Not-to-do-Liste machen.


Hierzu beobachtest du aufmerksam deinen beruflichen und privaten Alltag und fragst dich, welche Konsequenz es haben würde, wenn du eine Aufgabe weglässt oder abgibst.


Zugegebenermaßen gibt es einige Aufgaben, die uns stressen, die aber erledigt werden müssen und nicht abgegeben werden können. Aber gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit tendieren wir dazu, uns zu viel vorzunehmen und nicht mehr gesunde Prioritäten zu setzen. Negativer Stress, der zu Kopfschmerzen, Erschöpfung und Emotionsausbrüchen führt, entsteht häufig durch ein „zu viel“.


Ein zu viel an Aufgaben, die wir nicht gerne tun. Von denen wir denken, dass wir keine Wahl haben, außer sie zu erledigen. Oder ein zu viel im Sinne von der schieren Masse: an Projekten und Meetings, schnell gemachten Zusagen und Interaktionen, sodass wir am Ende völlig überflutet sind von den Ereignissen.


Schreibe dir also Aufgaben und Verabredungen, oder die du nicht mehr tun willst, auf deine Not-to-do-Liste. Wunderbar kannst du auch Verhaltensweisen oder Gedankenmuster dazupacken, die du nicht mehr haben willst. Hake die Liste genauso ab, wenn du erfolgreich im Weglassen warst.


Aus der Winterzeit lernen

Unsere eigenen Kapazitäten und Grenzen einschätzen zu können, ist im Übrigen das gesamte Jahr über eine Fähigkeit, die vor allem im Job sehr wertvoll ist.


Wenn du deine Arbeit dauerhaft gesund, in guter Qualität und ohne übermäßige Überstunden erledigen möchtest, kann Reduktion auf das Wesentliche hilfreich sein.


Wenn du dazu neigst, dich nicht nur im Dezember zu überfordern, kannst du regelmäßig reflektieren, ob du zu viele Aufgaben bei dir hast.

Hier sind 4 Quicktipps...

die hilfreich sein können (mit kleinen Weihnachtsbeispielen 🎄😊):

Was ist wirklich wichtig? Welche Aufgaben bringen welchen Effekt im Ergebnis? Welche Meetings gestalten wir und können die Personen, die daran teilnehmen, auch wirklich etwas zum Thema beisteuern? Welche Unternehmensziele verfolgen wir? Die Prioritäten und Ziele deiner persönlichen Arbeit als auch die deiner Firma zu kennen, ist sehr wichtig.


Weihnachtstipp 🎁

Setze drei Punkte fest, die unbedingt zu deinem Weihnachtsfest dazugehören. Ein geschmückter Baum, eine Kerze auf dem Tisch und ein Geschenk pro eingeladene Person beispielsweise. Alles andere (Farbe des Geschirrs, welcher Kerzenhalter, welche Schleifenart die Geschenke ziert, ob das Essen komplett selbstgemacht oder vom Catering kommt) sind Dinge, die du je nach Kapazitäten und Lust gestalten kannst. 

Fazit

Wir hoffen, dass dir unser heutiger Artikel mit Ideen zu mehr Reduktion von Stressoren im Alltag gefallen hat. Der Dezember steht hier im Blog ganz im Zeichen von Resilienz.


Sich selbst nicht konstant zu überfordern, ist ein wichtiger Teil resilienter Verhaltensweisen.


Entdecke die kommenden Wochen mit uns, was du tun kannst, um das Immunsystem deiner Seele zu stärken. Folge uns dazu auf LinkedIn oder Instagram, wenn du tägliche Inspirationen zum Thema erhalten möchtest.


Wenn du dir gezielte Unterstützung wünschst, informiere dich gerne über unser umfangreiches Coaching-Angebot.

 

Liebe Isabelle, schön, dass du bei uns bist und wir dir heute ein paar Fragen rund um das Thema Berufseinstieg stellen dürfen. Zu Beginn interessiert uns natürlich, was genau 4initia als Firma anbietet.

Vielen Dank auch für die Einladung. Wir sind als Unternehmen seit fast 12 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien tätig. Wir bieten verschiedene Dienstleistungen an, unter anderem die Planung von neuen Windenergieanlagen oder Photovoltaikparks. Weiterhin bieten wir mit der Betriebsführung die Überwachung von bestehenden Windanlagen an, sodass fortlaufend überwacht wird, ob die Anlagen Energie produzieren. Darüber hinaus bieten wir durch unsere Finanzabteilung die Durchführung von Transaktionen sowie Akquise an. Das bedeutet, dass die Teammitglieder Verkauf eines Wind- oder Photovoltaikparks begleiten und neue Inverstor:innen akquirieren, die in entsprechende Parks investieren möchten. 


Welche Berufsgruppen bewerben sich bei euch? Wen sucht ihr?

Die Branche der erneuerbaren Energien ist sehr jung, das heißt wir reden von etwa 20 Jahren, in denen sich dieser Bereich sukzessive etabliert hat. Abgesehen davon, dass aktuell generell ein Arbeitnehmer:innenmangel herrscht, hat die Branche das Thema, dass wir Seniors beziehungsweise Teammitglieder mit Berufserfahrung suchen, die jedoch aufgrund der Entwicklung nicht wie Sand am Meer vorhanden sind. Wir interessieren uns deshalb bei den Seniors mehr für die praktische Erfahrungen in unseren Bereichen mitbringen und gar nicht unbedingt für einen bestimmten Studienabschluss. Prinzipiell haben unsere Teammitglieder ganz unterschiedliche Backgrounds: Viele haben Ingenieurswissenschaften studiert, aber auch Landschaftsplaner:innen und Geograf:innen arbeiten bei uns. Da die Jobs bei uns sehr vielfältig sind, haben wir viele verschiedene Abschlüsse bei uns vertreten. 

Das ist sehr interessant. Uns geht es ja heute in unserem Gespräch um genau diese Gruppe: Um Absolvent:innen, die von der Uni kommen und bei Euch ihren ersten „richtigen Job“ beginnen. Was sind deine Erfahrungen, mit welchen Themen kommen Berufseinsteiger:innen bei Euch an?

Eine häufige Aussage von Absolvent:innen, die im fortgeschrittenen Einstellungsprozess stehen oder Studierende, die ein Praktikum absolvieren wollen, ist: 


„Ich kann eure Anforderungen doch gar nicht erfüllen.“ 


Wir versuchen, schon in unseren Stellenausschreibungen deutlich zu machen, dass die genannten Punkte fast alle keine Grundvorrausetzungen sind und dass man bei uns wahnsinnig viel lernen kann. Wir nehmen uns viel Zeit, unseren neuen Mitarbeitenden alles zu zeigen. Dazu zählen die Programme, mit denen wir arbeiten, unsere Strukturen und unser Verständnis von Qualität. Das bringen wir in den ersten Monaten oder sogar eigentlich im ersten Jahr alles bei. Uns ist sehr bewusst, dass man diesen Job nicht im Studium lernt und wir investieren daher viel Zeit in die Einarbeitung. Oft und gerne stellen wir Studierende, die zum Praktikum kommen, im Anschluss als Werkstudierende oder als Berufseinsteiger:innen ein. Wir haben schon oft Teammitglieder eingestellt, die ziemlich schnell Kundenkontakt hatten, weil sie das selbst wollten, und dafür ein gutes Händchen haben und entsprechend schnell Verantwortung übernehmen wollten. Aber ja, die größte Sorge, die ich mitbekomme, ist bei Einsteigern der Glaubenssatz, dass sie schon alles können müssen. 

 

Häufig wird in Stellenanzeigen praktische Erfahrung erwähnt. Du hast grad erzählt, dass ihr auch gerne Praktikant:innen einstellt. Was würdest Du Personen raten, die beispielsweise Nebenjobs gemacht haben, die nicht fachrelevant waren? Wenn man sich nicht leisten konnte, Praktika zu machen? Wenn ich jetzt beispielweise während des Studiums gekellnert habe, kann ich das für meine Bewerbung nutzen oder sollte ich das lieber unerwähnt lassen?

Für uns ist die Vergangenheit einer sich bewerbenden Person tatsächlich nicht so relevant. Wir haben beispielsweise eine Projektmanagerin eingestellt, die zwölf Jahre ein Restaurant geleitet und sich im Fernstudium fachlich passend weitergebildet hat. Und sie hat aufgrund dieser Erfahrung schon Management-Erfahrungen mitgebracht. Sie hat uns gezeigt, dass sie durch ihren Hintergrund grundlegende Fähigkeiten mitbringt, welche für die Position wichtig sind. Eine Teamleitung bei uns hat Sprachen und Business studiert und hat sich über verschiedene Jobs in den Bereich eingearbeitet. Das fachliche Wissen und die spezifische Erfahrung kommen in der Regel on the job. Etwas über die verschiedenen Jobs, die eine Person schon gemacht hat, zu erfahren, sagt definitiv etwas aus. Gerade dein Beispiel des Kellnerns verweist auf die Erfahrung mit unterschiedlichen Informationen und Ansprüchen, die teilweise akut und zeitgleich anfallen, umgehen zu können. Das soll natürlich nicht heißen, dass man immer Berufserfahrung mitbringen muss, wenn man sich auf ein Praktikum oder eine Juniorenstelle bewirbt. Irgendwann muss man ja erstmal starten.

Wenn ich so zurückdenke, als ich nach meinem Studium auf Jobsuche war und Stellenanzeigen gelesen habe, habe ich auch oft gedacht: „Puh, also von dem, was da gefordert wird, kann ich ja gefühlt wenig bis gar nichts.“ Was ist da deine Einschätzung, wenn ich als Absolvent:in Stellenanzeigen durchforste, was sind da Sachen, wo du sagst, das müssen die Bewerber:innen mitbringen? Wie kann ich mich da orientieren?

Das Anforderungsprofil einer Stellenanzeige ist in der Regel nach Prioritäten sortiert. Ganz oben stehen die entsprechenden Abschlüsse, die für die Position erforderlich sind. Nach unten sortieren sich dann die weniger relevanten Punkte. Es gibt Formulierungen wie „wünschenswert“ oder „idealerweise“, das weist darauf hin, dass dieser Punkt nicht annährend ein K.O. – Kriterium ist. Zum Thema Abschlüsse kann ich sagen: Inzwischen ist kaum noch zu überblicken  welche speziellen Studiengänge es gibt. Beispielweise gibt es im Ingenieurwesen unendlich viele Masterstudiengänge und jährlich kommen neue hinzu. Das bedeutet insbesondere, dass die Personalabteilung gar nicht auf dem Schirm haben kann, welche Studiengänge angeboten werden. Daher schreiben Firmen häufig „oder vergleichbarer Abschluss“ am Ende der Auflistung. Daher würde ich als Bewerber:in keine Scheu haben, wenn ich ein Fach studiert habe, das nicht direkt genannt wird. Weiterhin gibt es in Stellenanzeigen sehr überwältigend wirkende Anforderungen, neben den fachlichen Anforderungen werden noch etliche persönliche Skills aufgelistet, die in der Masse manchmal sehr irreal sind. Einen Blickwechsel vorzunehmen und Stellenausschreibungen so zu lesen, welche Persönlichkeit und Fähigkeiten sich ein Unternehmen langfristig auf dieser Position vorstellt und in welche Richtung sich die Teammitglieder entwickeln dürfen, könnte den Druck enorm rausnehmen. Wir sehen oft in den Bewerbungsgesprächen, dass wir da jemanden mit wahnsinnig viel Potenzial vor uns sitzen haben. Manche Teamleitungen nutzen den Term „ungeschliffener Diamant“ nach den Gesprächen. Und ich finde, das trifft es gut. Wenn eine Person menschlich zu uns passt, Motivation mitbringt und deutlich wird, dass die Person wirklich was lernen will und interessiert ist an dem was wir machen, dann merken wir, dass das ein guter Fit ist.

Sagen wir, eine Person hat die Hürde der Bewerbung genommen. Wie fallen dir dann Absolvent:innen im Bewerbungsgespräch besonders positiv auf und was sind No-gos?

Ich habe in meinem Leben schon einige Bewerbungsgespräche mitgemacht, auf beiden Seiten. Als Bewerberin habe ich erlebt, dass man insbesondere nach einigen Recherchen im Internet vor so einem Gespräch ganz schön gestresst sein kann. Die ganzen Fragen, die im Internet vorgestellt werden, die typischerweise in Einstellungsgesprächen gestellt werden – das  kann die Hoffnung auf ein angenehmes Gespräch auf Augenhöhe enorm schmälern.

Was sind meine Stärken oder Schwächen, das beantwortet keiner gerne, schon gar nicht fremden Menschen. Uns ist es von daher wichtig, dass wir ein harmonisches Gespräch führen können, sodass bestenfalls der Bewerbende nicht krampfhaft versucht, die Person zu sein, welche das Unternehmen vermeintlich einstellen will. Sondern dass beide Seiten sich so zeigen können, wie sie sind, und beide Seiten anschließend gucken können: Passt der Job bzw. der Bewerbende eigentlich zu mir oder zu uns? Bewerbern empfehle ich, die Sichtweise auch mal umzudrehen und sich selbst zu fragen: passt die Stelle wirklich zu mir und habe ich mich im Kontakt mit dem Unternehmen eigentlich wohlgefühlt? Kann ich mir die Tätigkeiten überhaupt vorstellen? Ich persönlich kann mich da an meine eigenen Bewerbungsgespräche als Bewerberin erinnern, dass ich aus Gesprächen gegangen bin und gerne Erfolg bei dem Gespräch haben wollte, aber eigentlich habe ich mich auf der Position und/oder in der Firma gar nicht gesehen. Was das Unternehmen vermittelt hat, hat gar nicht mit meinen Werten harmoniert. Zum Thema No-go kann ich zusammenfassend sagen: Sich verstellen, nur darauf achten, was mein Gegenüber wohl hören will, das kommt zumindest bei uns nicht sonderlich gut an. Natürlich kennt man die Gesprächsteilnehmer nicht und es ist ein professioneller Rahmen, aber soweit es möglich ist, würde ich empfehlen, authentisch zu bleiben.

Das ist nochmal ein wichtiger Punkt, die Perspektive, dass man ja auch als Berufseinsteiger kein:e Bittsteller:in ist. Der Bewerbungsprozess ist eine Situation, in der sich beide Parteien kennenlernen, darum geht es ja am Ende.

Exakt, ja. Es ist einfach für beide Seiten nicht schön, wenn das, was im Bewerbungsprozess versprochen wurde, sich in der Realität anders darstellt und sich nach dem Onboarding oder einigen Monaten eine Enttäuschung einstellt. Und genau so, wie ein Bewerber nicht durch falsche Versprechen enttäuscht werden möchte, möchte sich auch ein Unternehmen so eine Enttäuschung sparen.

 

Mal ganz abgesehen vom Fachwissen – was ist denn aus deiner Sicht wichtig, was ein:e Berufseinsteiger:in im Bereich Soft Skills mitbringen sollte?

Ich denke, Offenheit gegenüber sachlicher und konstruktiver Kritik ist sehr wichtig. Die gehört einfach dazu, wenn man neu in einem Job einsteigt. Wenn man beispielweise einen Arbeitsauftrag einreicht und das Feedback erhält, beim nächsten Mal vielleicht mehr auf diesen oder jenen Punkt zu achten, ist das ein wertvolles Feedback. Vieles kann man vorher nicht wissen und das meiste lernt man einfach durch die Rückmeldung im Arbeitsalltag. Ich denke, es ist auch für Berufserfahrene niemals schädlich, offen für die eigenen Arbeitsergebnisse zu sein und in einen offenen Austausch zu gehen. Alles lässt sich konstruktiv besprechen, als neu dazukommende Person hat man natürlich auch noch einen sehr unverstellten Blick auf das Unternehmen und die Prozesse, welche eventuell nicht so gut laufen. Man kann, zumindest bei 4initia, gemeinsam besprechen, ob ein gemachter „Fehler“ seine Ursache einfach im System hat und somit ggf. umgestellt werden muss. Wichtig ist es, sachlich zu bleiben und im Blick zu haben, wie bestimmte Prozesse verbessert werden können. Zusammenfassend würde ich sagen, eine Kritikfähigkeit und Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln ist wichtig, und gleichzeitig auch der Mut, Dinge infrage zu stellen und einen gewissen Gestaltungswillen mitzubringen. Das kommt bei uns immer sehr gut an, da wir ein wachsendes Unternehmen sind und bei uns viel im Werden ist. Wir merken auch, dass ab einer gewissen Position manchmal gar nicht mehr der Blick für bestimmte Bereiche da sein kann, da man sich mit ganz anderen Fragestellungen auseinandersetzt. Da sind die Teammitglieder, die täglich mit den Prozessen arbeiten, am nächsten dran und haben die besten Ideen, welche Prozesse man beispielsweise effizienter gestalten könnte. 

Also Fehler als wertvolles Feedback für die eigene Entwicklung als auch die der Organisation?

Ja, genau. Das ist uns bei 4initia extrem wichtig.


Deine vorherige Antwort deckt es schon mit ab, aber mich würde dennoch nochmal interessieren – wenn man nun eingestellt wurde, hast du Tipps für Berufseinsteiger:innen für die ersten 100 Tage im neuen Job?

Auf jeden Fall. Wir sind als Organisation sehr agil und recht schnell unterwegs, gleichzeitig haben wir einen hohen Qualitätsanspruch an unsere Arbeitsergebnisse. Das ist manchmal gerade für Absolvent:innen herausfordernd. Mir fällt auf, dass sich viele von unserem Speed stressen lassen und etwas vorschnell ihre Arbeitsergebnisse bei den Teammitgliedern oder Teamleitungen einreichen. In vielen Fällen ist es hingegen sinnvoller, die Zeit zu investieren, die eigene Arbeit nochmal zu überprüfen.


In unseren Feedbackgesprächen ermutigen wir in diesen Fällen dazu, ruhig die eigenen Ergebnisse mal liegenzulassen und mit einem frischen Blick eine Stunde oder einen Tag später auf das eigene Arbeitsergebnis zu gucken. Viele Fehler kann man so selbst eliminieren, was zudem entlastend für die Führungskraft ist, da sich so typische Feedbackschleifen vermeiden lassen. Gut ist es auch, sich zu fragen, ob man alles angewendet hat, was man schon gelernt hat. Empfehlen möchte ich auch, Kolleg:innen, die etwas länger bei dem Unternehmen sind als man selbst, gezielt um Hilfe und Feedback zu bitten. Die können sich besonders gut in neu dazukommende Kolleg:innen hineinversetzen, da sie selber noch nicht allzu lange dabei sind und sie kennen einige Fallstricke.


Was ich weiterhin als wichtigen Punkt empfehle: Sich gerade in den ersten Monaten viele Notizen zu machen, je mehr, desto besser. Man kriegt als Einsteiger einfach sehr viele Infos, und da ist es kaum möglich, sich alles zu merken. Notizen machen ist das eine, besser ist es, wenn man in regelmäßigen Abständen die eigenen Notizen erneut durchliest – auch die von den ersten Wochen – um mal zu überprüfen, ob man gegebenenfalls etwas vergessen hat. Gerade bei komplexen Aufgaben und Tätigkeiten kann so vermieden werden, bereits Gelerntes zu vergessen. Neben den Notizen hilft bei der Übergabe von Arbeitsaufträgen aufmerksames zuhören und lieber gleich Nachfragen, wenn etwas unklar ist oder notfalls zeitnah nachfragen,  wenn eine Unklarheit das weitere Vorgehen der Aufgabe beeinflusst. Das sind für mich Tipps, wie man einen guten Start beim neuen Arbeitgeber sicherstellen kann.

Vielen Dank, da war schon viel Gehaltvolles dabei. Wie stehst Du zum Thema Anschreiben, ist das überholt oder sinnvoll?

Ich weiß, wie viel Arbeit eine gute Bewerbung auf Bewerberseite ausmachen kann. Und auch wie komisch es sich anfühlen kann, sich selbst darzustellen.

Wenn der CV perfekt auf die Position passen sollte, reicht es oft schon, nur den Lebenslauf zu schicken. Dafür sollten die jeweiligen Aufgaben in den beruflichen Stationen deutlich werden. Manchmal jedoch werfen die banalsten Dinge Fragen auf, z. B. bei Bewerbenden, die selbst nicht in der Stadt leben, in der die Firma ansässig ist und in der Stellenausschreibung nicht deutlich wird, dass Homeoffice eine Option ist – was hat die Person für einen Plan? Möchte sie zufällig umziehen? Auch wenn in der Vergangenheit verschiedene berufliche Wechsel stattgefunden haben, ist es manchmal sinnvoll, das in aller Kürze zu beleuchten.

Gerade bei mehr Berufserfahrung ergibt es Sinn, den Wechselwillen zu beleuchten. Jede Wendung im Leben lässt sich in der Regel erklären. Bei einer Person, die einen Bachelor-Abschluss gemacht hat, stellt sich mir beispielweise die Frage, ob in naher Zukunft ein Masterstudium ansteht. Das sind Eventualitäten, die man in den Bewerbungsunterlagen adressieren und ausräumen kann. Ein Anschreiben bietet gerade Einsteiger:innenn die Möglichkeit, nochmal zu verdeutlichen, wo steht die Person gerade in ihrem Leben, was ist die Motivation für den Job oder warum man einen Wechsel anstrebt. 

 

Das sind glaub ich zwei gute Punkte, die man da nochmal zusammenfassen kann:

Die Motivation deutlich machen und möglichst viele Zweifel ausräumen. 

Genau, das sollte man bei Anschreiben und Lebenslauf auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Was ich auch echt hilfreich finde, bei den vielen Bewerbungen, die wir erhalten – wir gucken uns die Bewerbungen alle persönlich an, wir nutzen keine KI oder einen Algorithmus. Wenn der Lebenslauf nicht zu ausgefallen gestaltet ist, hilft uns das, sich etwas leichter in die Unterlagen einzulesen. Es hilft, wenn nicht viele Fragezeichen auftauchen und man sich nicht erst in einer unbekannten Struktur zurechtfinden muss. Mitunter verweilt man dann länger bei der Bewerbung, weil man zunächst den Durchblick kriegen muss, aber das macht nicht unbedingt den besten Eindruck, da es nicht direkt dafür spricht, dass die Person strukturiert ist. Da schätze ich doch den eher klassischen Aufbau, um sich da schnell zurechtzufinden. 


Das ist auch nochmal ein guter Punkt, gerade, da es heute so unfassbar viele Möglichkeiten der Gestaltung eines Lebenslaufes gibt. Das weiß ich noch, als ich Absolventin war, war ich auch erschlagen von den vielen Vorlagen, die man im Internet findet. 

Ja, also es kommt natürlich auf die Branche an. Wenn man jetzt Mediengestalter:in oder so was in die Richtung ist, kann man natürlich seine Kreativität auch im Lebenslauf mehr ausleben.


Vielen lieben Dank, liebe Isabelle, für deinen wertvollen Input und vielen Dank auch an die 4initia GmbH für die Möglichkeit dieses Interviews!

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

1. Status Quo ermitteln

Wenn Du aktuell in einer Phase bist, in der du dich beruflich neu orientieren möchtest oder du gerne herausfinden willst, wie dein nächster Schritt aussieht, dann kannst du zunächst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Wir wünschen uns einen Beruf, in dem wir unsere Talente einsetzen können, der Raum für die Entwicklung unserer Fähigkeiten lässt, uns mit Freude, Sinn und Zufriedenheit erfüllt, sowie passende Rahmenbedingungen hinsichtlich Arbeitszeiten, Gehalt, gelebter Firmenkultur und Zusammenarbeit mit Kolleg:innen bietet. Aber wie kann es gelingen, nicht die Orientierung zu verlieren? Es ist erfahrungsgemäß häufiger so, das uns klar ist, was wir nicht wollen. Was wir aber genau brauchen oder möchten, ist dagegen oft schwerer zu benennen. Reflektiere deinen bisherigen beruflichen Weg – was fandest du richtig gut, welche Aufgaben haben dir Spaß gemacht, an welchen Stellen bist du aus deiner Komfortzone herausgegangen? Schreibe alles auf, wovon du MEHR willst. Dann überlege dir, welche Rahmenbedingungen du unbedingt brauchst, damit du deine Arbeit mit deinem Leben in Einklang bringen kannst.


Deine Lebenssituation bestimmt dabei die Prioritäten, die du setzt. Als Elternteil mit Kleinkindern wirst du stärker auf Rahmenbedingungen wie flexible Arbeitszeiten oder örtliche Erreichbarkeit der Firma achten, als beispielweise in deinem ersten Job nach der Ausbildung, in dem dein Fokus vielleicht hauptsächlich darauf liegt, einen Fuß in die Tür deines Wunschunternehmens zu bekommen. Um einen guten Überblick zu bekommen, kannst du eine Rangliste erstellen, sodass du deine top drei Rahmenbedingungen für dich festlegst.

2. Deine unbewussten Überzeugungen

Berufliches Glück zu wollen, kann bei uns eine Reihe von Reaktionen auslösen, die von unseren bisherigen Prägungen und Erfahrungen beeinflusst sind. Betrachten wir einmal das Wort „Karriere“, kommen uns Kreationen wie "karrieregeil", "karriereversessen", "die Karriereleiter erklimmen" oder "eine steile Karriere hinlegen" in den Sinn. Wir assoziieren mitunter eine machtbesessene, rücksichtlose Person, die unter größter Anstrengung den steilen Karriere - Berg bezwingen möchte. Dabei kann das Wort Karriere auch wertneutral mit Laufbahn übersetzt werden. Beobachte einmal, was folgende Sätze in dir auslösen:


  • Ich möchte Karriere machen.
  • Mein berufliches Glück hat für mich Priorität.
  • Ich habe Talente und Fähigkeiten, die es wert sind, gelebt zu werden. 


Lasse die Sätze auf dich wirken.


  • Was kommt hoch?
  • Woher kommen diese Überzeugungen?
  • Kannst du deine Person mit den Sätzen in Verbindung bringen?


Reflektiere für dich, ob du dir selbst erlaubst, deine berufliche Laufbahn als wichtig und wertvoll anzusehen. Was denkst du über Personen, denen ihre Arbeit sehr wichtig ist? Wenn du für dich herausfinden willst, was du in deiner beruflichen Laufbahn erleben möchtest, kannst du zum Beispiel eine kleine Übung nutzen:


Stell dir vor, dass du später in der Rente deinen Freund:innen von deinem Berufsleben erzählst. Was hast du erlebt? Wo hast du gearbeitet? Mit wem hast du gearbeitet? Was war deine ganz persönliche Mission?


3. Bist du in deinem Element?

Stell dir bitte einen Pinguin vor, und zwar die Art, die in Schnee und Eis lebt. An Land ist der Pinguin eher langsam und nicht besonders wendig, er kann aufgrund seiner Anatomie nicht fliegen und auf einen Baum könnte er womöglich auch nur unter größter Anstrengung klettern.

Wenn der Pinguin nun in einer Firma angestellt wäre, in der „auf Bäume klettern“ und „schnell im Wüstensand rennen“ die gefragten Kompetenzen sind, wird der Pinguin keinen Blumentopf gewinnen. Er wird sich abrackern, seine Adler-Kolleg:innen neidvoll beim Fliegen beobachten und sich fragen, was nicht mit ihm stimmt. Nach und nach wird das Selbstbewusstsein des Pinguins leiden, seine negative Bewertung von sich selbst zunehmen. Wenn der Pinguin nie ins Wasser kommt, wird er nicht entdecken, was in ihm steckt: Im Wasser ist er ein wendiger, schneller Jäger. Er kann bis zu fünfhundert Meter tief tauchen und sich dort das Nahrungsangebot sichern, da andere Vögel nur an der Wasseroberfläche jagen. Zudem hat der Pinguin ein spezielles Skillset entwickelt, um sein Junges in einem der kältesten Regionen der Erde aufzuziehen. Pinguine überleben bei Temperaturen von -40 Celsius.


Was kannst du auf unserem Pinguin-Beispiel ableiten? Du brauchst die richtige Umgebung und das richtige Aufgabenspektrum, um dein Potenzial wirklich entfalten zu können. Der Pinguin ist sehr schnell im Wasser, weil dieses Element seinem „Stil“ entspricht, es unterstützt seine natürlichen Stärken. Die Geschwindigkeit, die andere Tiere an Land erbringen, erreicht der Pinguin im Wasser – im „richtigen“ Kontext. 

Um unser maximales Potenzial zu entfalten, brauchen wir die für uns passenden Bedingungen. Der eine arbeitet gut im Großraumbüro und hat die besten Ideen erst im Kontakt mit anderen, der andere braucht erstmal Ruhe und möchte ein Thema von allen Seiten durchdenken, bevor er zu einem Ergebnis kommt.


Beide Wege sind weder richtig noch falsch, nur unterschiedlich. Häufig haben wir Glaubenssätze, dass wir dies oder jenes nicht können, oder für bestimmte Aufgaben nicht geeignet sind. Oft haben wir aber einfach noch nicht rausgefunden, WIE wir die Dinge angehen, um besonders erfolgreich zu sein. Du kannst dich fragen:


  • Was brauchst Du, um gute Arbeit zu machen?
  • In welchen Settings blühst du auf?

4. Finde deine Superpower 🚀

Neben ihrer Schnelligkeit im Element Wasser haben Pinguine noch mehr zu bieten. Sie haben Spezialwissen entwickelt, dass nur noch wenige andere Tierarten mitbringen: Er kann unter extremer Kälte überleben, sogar seine Nachkommen großziehen.


Für uns können wir daraus lernen: Ähnlich wie der Pinguin seine Nachkommen unter extremen Bedingungen großziehen kann, hat jede:r von uns besondere Stärken, welche uns einzigartig machen. Diese Stärken zu kennen und zu betonen, ermöglicht es uns im Berufsleben, uns abzuheben und die perfekte Nische zu finden, in der unsere Fähigkeit die richtige Wirkung entfalten kann. Frage Personen in deinem Umfeld, was sie an dir wahrnehmen oder bewundern. Am besten fragst du im Kolleg:innenkreis oder Vorgesetzte, denen du vertraust. Familie und Freund:innen sind häufig sehr nah an dir dran und haben ein bestimmtes Bild von dir, was mitunter verzerrt sein kann.  

 

5. Was motiviert dich wirklich?

Es ist es sehr wichtig, deine Motivation zu kennen, wenn du deine Karriere für dich gestalten möchtest. In der Psychologie wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden.


  • Intrinsische Motivation entsteht, wenn du an einer Tätigkeit Freude hast, einen Sinn darin siehst und Spaß am Prozess empfindest.


  • Extrinsische Motivation ist gekoppelt an äußere Faktoren, wie Belohnung (beispielweise in Form von Gehalt) oder Bestrafung (deine Eltern missbilligen deinen Wunsch, am Theater zu arbeiten, und du wirst Lehrer:in, um ihrer Kritik zu entgehen).


Extrinsische Motivation hält kurzfristig, während intrinsische Motivation dich langfristig trägt. Mitunter kann intrinsische Motivation in einer Form vorhanden sein, die nach außen hin extrinsisch motiviert wirken kann. Beispielsweise der Aufstieg in eine Führungsposition: Mein Wunsch, Chef:in zu werden, kann dadurch motiviert sein, dass ich mir Anerkennung durch meine Partner:in erhoffe (Belohnung = extrinsische Motivation). Es kann aber auch sein, dass ich Freude empfinde, zu gestalten, zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen.


All das kann ich in den Aufgaben einer Führungsrolle finden. Wenn ich intrinsisch für eine Tätigkeit motiviert bin, fühlt sich eine Tätigkeit leicht an und gibt mir Energie. Herausforderungen nehme ich an, da ich prinzipiell Freude an dem empfinde, was ich tue.


Überlege einmal für Dich, bei welchen Tätigkeiten du intrinsisch motiviert bist. Wann hast du das letzte Mal Freude empfunden? Zu welchen Aufgaben musst du dich nicht zwingen? Überlege dann, was diese Tätigkeiten ausmacht. Wenn du beispielsweise gerne Bücher liest, überlege, was dir daran genau Spaß macht – ist es der Wissenserwerb? Tauchst du gerne in fremde Welten und denkst die Geschichte zu Ende? Magst du es, dass du allein in deinem Tempo lesen kannst und Selbstbestimmung erlebst? Redest du gerne mit anderen über das, was du gelesen hast? Recherchierst du gerne genauer, was die Hintergründe des Romans sind? Beschreibe möglichst genau, was dir an einer Tätigkeit Spaß macht. Und überlege dann, wie du diese Aspekte in deine berufliche Tätigkeit integrieren kannst. 

Du willst ein stabiles Fundament?

In unseren Job- und Karrierecoachings integrieren wir ein ganzheitliches und wissenschaftlich fundiertes Analysetool, welches international zur Talenterkennung und Potenzialgewinnung in unterschiedlichen Settings genutzt wird. Die Analyse misst dein bevorzugtes Verhalten – und Kommunikationsmuster, deine tiefliegenden Motivatoren sowie deine emotionale Intelligenz.


Du bekommst deine Ergebnisse leicht verständlich, präzise und nachvollziehbar in einer schriftlichen Auswertung zur Verfügung gestellt. Unsere Coaches sind speziell ausgebildet und zertifiziert, um deine Analyse mit dir zu betrachten und auf deinen Ergebnissen einen wirkungsvollen Coaching-Prozess aufzubauen, der dir Ergebnisse liefert, die dich in konkrete Handlungsschritte Richtung berufliche Erfüllung und Zufriedenheit bringt. Die Analyse bietet dir durch ein spezielles Modul zudem ein klares Bild über die Passung deiner gegenwärtigen beruflichen Tätigkeit, und zeigt genau an, ob du dein Potenzial zum Ausdruck bringen kannst oder die meiste Zeit damit beschäftigt bist, dich unter großer Anstrengung an die Anforderungen deines Umfeldes anzupassen.


Wenn du an einer Analyse Interesse hast, trete gerne mit uns in Kontakt und lass dich von uns unverbindlich beraten. 

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Entwicklung der
Gewaltfreien Kommunikation (GFK)

Das Konzept der GFK wurde durch den klinischen Psychologen Marshall B. Rosenberg (*1934, Ohio, - 2015, New Mexico) entwickelt. Rosenberg war in den 1960er Jahren im Zuge der Auseinandersetzungen in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung daran beteiligt, die Rassentrennung an Schulen und Institutionen auf einem friedvollen Weg wieder rückgängig zu machen. Basierend auf seinen Erfahrungen entwickelte er das Handlungskonzept der GFK. Heute wird die GFK an Schulen und Kindergärten (für Kinder wird die GFK durch Giraffen- und Wolfssprache zugänglich gemacht), sowie in Seminaren und Kursen vermittelt. Die GFK wird weniger als ein Schritte-Plan verstanden, sondern mehr als Haltung, die mehrere Prinzipien und Grundsätze hinsichtlich der eigenen Kommunikation vereint. Rosenberg ging von folgenden Grundannahmen aus, welche die Basis für die GFK bilden:

Die GFK ersetzt Forderungen durch Bitten. Somit verzichtet die GFK darauf, dem Gegenüber zu drohen, es zu manipulieren oder unter Druck zu setzen, um den eignen Willen durchzusetzen. Bitten bedeutet auch, dass der Ausgang der Erfüllung des formulierten Wunsches offen ist und somit Raum für einen Aushandlungsprozess entsteht.

Was zählt die GFK zu lebensfremder Sprache?

Um die GFK umsetzen zu können, ist es wichtig zu erkennen, was laut dem Konzept das Gegenteil von gewaltfrei ist – die lebensfremde Sprache. Als Grundsatz kannst du dir merken, dass jeder Versuch


  • meine Bedürfnisse zu erfüllen ohne die Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer oder
  •  jeder Versuch, andere zu bestrafen auf Basis meiner Bewertungen,


als Kommunikation gewertet werden kann, die eher eskalierend wirkt und im Verlauf in physischer/psychischer Gewalt enden kann. Mit Strafe ist gemeint, dass dein Gegenüber sanktioniert wird, wenn es deiner Forderung nicht nachkommt. Rosenberg hat weitere Kennzeichen für die lebensfremde Kommunikation zusammengetragen. Hierzu zählen


  • Moralisches Bewerten,
  • Vergleichen,
  • das Stellen von Forderungen statt Bitten sowie
  • das Leugnen der Verantwortung für die eigenen Gefühle und Handlungen.


Diese Kommunikationsstrukturen führen dazu, dass die Kommunikation den Fokus für die empathische zwischenmenschliche Verbindung verliert.[1] 


Rosenberg benennt warnen, drohen, befehlen, belehren, beschimpfen, beschämen und urteilen als Kommunikationssperren, die das Täter-Opfer-Denken sowie das Schuldprinzip in unserer erlernten Sprache befeuern.[2]


Mit diesen Informationen im Hintergrund bemerken wir, wie alltäglich für uns der Gebrauch einer lebensfremden Sprache ist. Es geht an dieser Stelle nicht darum, dass du dich selbst oder andere dafür bewertest und entmutigt bist. Das Konzept der GFK anzuwenden, wird den meisten von uns weder beigebracht, noch wird es gesellschaftlich unbedingt gefördert. Ein erster Schritt ist es daher, ein Bewusstsein zu schaffen und die eigene Sprache zu beobachten.  


[1] Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens, Junfermann, 10. Aufl. 2012. 

[2] Infoportal Gewaltfreie Kommunikation. https://www.gfk-info.de/was-ist-gewaltfreie-kommunikation (Stand 14.11.2023)

 

 


EIN PRAXISBEISPIEL

Stell Dir folgendes Szenario vor:

Du arbeitest in einer Firma mit deiner Kolleg:in Britta. Ihr arbeitet in einem Team und betreut einen ähnlichen Aufgabenbereich. Es gibt viel zu tun und du bist mit deinem Arbeitspensum mehr als ausgelastet, eher überfordert. Eine Pause gestehst du dir nicht zu, da du deinen Chef nicht enttäuschen willst.



Du sitzt mal wieder an deinem Schreibtisch und arbeitest unter Hochdruck. Dann steckt Britta den Kopf zur Tür herein, und verabschiedet sich fröhlich in den Feierabend. Dein Blick schweift demonstrativ zur Uhr, dann presst du ein eisiges „Na, dann erhol dich mal gut“ hervor. Du kochst innerlich. Folgende Gedanken schießen dir durch den Kopf: „Wieso geht die jetzt so früh, während ich hier in Arbeit ertrinke? Die ist sowas von faul und unkollegial. Ich arbeite mich hier halb zu Tode, während Britta sich einen schönen Nachmittag macht.“


  • Moralisches Bewerten und Vergleichen. Auf Basis deiner Beobachtung wendest du deine subjektive Bewertung an, dass Britta faul und unkollegial ist. Zudem ziehst du einen Vergleich zwischen dir und deiner Kollegin hinsichtlich des vermeintlich nicht vorhandenen Arbeitsethos von Britta.


Wie geht es weiter?

Am nächsten Tag triffst du Britta in der Büroküche, die sich leise summend einen Kaffee zubereitet. Das bringt dein Fass endgültig zum Überlaufen. „Dir scheint es ja wunderbar zu gehen, während ich in Arbeit versinke. Aber das mach ich nicht mehr mit! Die heutigen Telefonate kannst du jetzt übernehmen, und sonst will ich ein Gespräch mit dem Chef, damit wir hier mal klären, wer wieviel arbeitet.“ Damit drehst du dich um und lässt Britta stehen.


  • du stellst eine Forderung statt einer Bitte. Bei Nicht-Erfüllung deiner Forderung drohst du Britta mit der Sanktion, deinen Chef einzuschalten.


Solche oder ähnliche Interaktionen kennen die meisten von uns aus dem Büroalltag. Aber wie hätte unser Beispiel ablaufen können, wenn die GFK zum Einsatz gekommen wäre?

 
 

Die 4 Schritte der GFK

Um unser Praxisbeispiel nochmal neu aufzurollen, ist es wichtig, sich zunächst die vier Schritte der GFK vor Augen zu halten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Hierzu hat Rosenberg auch folgenden Satz formuliert:


  • Wenn ich "a" sehe, fühle ich "b", weil ich "c" brauche. Deshalb möchte ich gerne "d".


Was bedeutet das nun für unser Beispiel?

Bevor es überhaupt zur Interaktion mit Britta kommt, könntest du die Schritte eins bis drei der GFK erstmal in deiner Innenschau nur für dich anwenden. Das könnte so aussehen:


  • In meiner (Selbst-)Beobachtung stelle ich fest, dass ich wenig schlafe und nicht zum Sport komme, da ich mein Arbeitspensum nur mit Überstunden schaffe.  Somit fehlt mir die Zeit, die ich für mich brauche. Ich fühle mich ausgelaugt und schlapp. Ich brauche Erholung und den Ausgleich durch Bewegung. Wie kann ich mir beides ermöglichen?


So hast du schon einen ersten Anhaltspunkt. Kommen wir konkret zu unserer Interaktion in der Küche, wie könnte das Gespräch mit Britta aussehen?


  • „Ich sehe, dass du dir in Ruhe einen Kaffee zubereitest.(Beobachtung) Ich bin erschöpft (Gefühl), da ich in Arbeit versinke und eine Pause brauche (Bedürfnis). Ich möchte dich darum bitten, dass wir gemeinsam die anstehenden Aufgaben aufteilen (Bitte).“


Auf diese Bitte kann Britta nun unterschiedlich reagieren. Eventuell hat sie selbst keine Kapazitäten mehr frei und ist auch nicht bereit, Überstunden zu leisten. Eine Möglichkeit ist auch, dass sie deiner Bitte gerne nachkommt und dich entlasten kann. Wenn Britta keine Arbeit von dir übernehmen kann oder möchte, wäre der nächste Schritt, im Team oder mit deiner Führungskraft anzusprechen, wie die Arbeit bewältigt werden kann, ohne dass du in die Überlastung rutschst.

Bringt es auch etwas, wenn nur ich die GFK anwende?

Vielleicht befindest du dich an deinem Arbeitsplatz in einer Situation, in welcher die Fronten verhärtet sind und die Kommunikation eher im Bereich „lebensfremd“ stattfindet. Wenn du dich mit deinen Gefühlen und Bedürfnissen zeigst, zeigst du auch mehr Verletzlichkeit. Dies kann dazu führen, dass deine Kolleg:innen sich entspannen und es dir gleichtun. Aber es erfordert erstmal Mut. Berechtigterweise fragst du dich, ob es Sinn macht, die GFK anzuwenden. An der Stelle kannst du dich fragen, ob du bereit bist, das Risiko einzugehen, das andere deinen Bitten nicht nachkommen und ob du wirklich offen bist, Dinge auszuhandeln.


Damit die GFK funktioniert, muss die Voraussetzung gegeben sein, dass beide Parteien zumindest ein Stück weit gewillt sind, aufeinander zuzugehen.[1] Dies ist nicht in jedem Arbeitsverhältnis der Fall und kann die Anwendung der GFK erschweren. Vielleicht fragst Du dich auch, wie es insbesondere im Arbeitsleben funktionieren kann, Forderungen durch Bitten und Wünsche zu ersetzen. Dies ist nicht immer möglich und auch gar nicht immer zielführend.


Susanne Lorenz ist Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation und gibt hier eine gute Faustregel:

Natürlich kannst du immer Forderungen stellen. Die Frage ist, ob das wirklich zu dem Ergebnis führt, dass du haben möchtest. In jedem Fall solltest Du klare Forderungen stellen, wenn es um den Schutz von Dir und anderen geht. Als Beispiel nennt Susanne Lorenz beispielweise einen Kollegen, der andere Kolleg:innen mobbt. Hier musst du als Mitarbeiter:in oder Führungskraft ein klares Stop einfordern, um dein Team vor Mobbing zu schützen und auch aussprechen, dass es Konsequenzen gibt, wenn das Mobbing nicht aufhört.[2] Dasselbe gilt natürlich auch, wenn du die Verantwortung trägst für dein Gegenüber. Beispielweise ist das der Fall, wenn du als Elternteil das Zähne putzen durchsetzt – du bist für die Gesundheit deines Kindes verantwortlich, es kann diese Verantwortung noch nicht selbst umsetzen.


Es ist nicht immer so, dass es negativ ist, Forderungen zu stellen. Die GFK kannst du auch dann nutzen, wenn es für dich (im Job oder als Elternteil) unumgänglich ist, Forderungen zu stellen und durchzusetzen. Es gibt verschiedene Wege, wie Zielvorgaben und Forderungen erreicht werden können - einen, der die Bedürfnisse der Beteiligten berücksichtigt, und einen, der ohne „Rücksicht auf Verluste“ durchgesetzt wird. Für diesen Prozess ist es sehr hilfreich, wenn du die GFK anwenden kannst. [3]


Quellen:

[1] Blogbeitrag von Dr. Oliver Said https://www.ergotopia.de/blog/gewaltfreie-kommunikation

[2] Blogbeitrag von Susanne Lorenz. https://wirksam-kommunizieren.de/kritik-gewaltfreie-kommunikation/#Kritik_gewaltfreie_Kommunikation_6_Du_musst_immer_Bitten_formulieren_und_darfst_nie_wieder_fordern (Stand 14.11.2023)

[3] Blogbeitrag von Kathy Weber, GFK-Expertin.https://kw-herzenssache.de/gewaltfreie-kommunikation-beispiel/ (Stand 14.11.2023)

Welche Chancen bietet dir die gewaltfreie Kommunikation?

Das Konzept der GFK ist für dich interessant, wenn du empathische Beziehungen zu deinen Mitmenschen aufbauen möchtest und gleichzeitig klar und ohne verletzende sowie ablenkende Interpretationen kommunizieren willst. Die Entscheidung, die GFK zu nutzen, bringt dich in eine selbstverantwortliche und aktive Rolle. Du lernst, Verantwortung für dich und deine Bedürfnisse zu übernehmen und das Wohl aller zu beachten. Du förderst auf Grundlage der GFK die Kooperation und das Verständnis mit deinen Mitmenschen, und tust so alles in deiner Kraft Liegende dafür, ein harmonisches Klima in deiner Umgebung zu schaffen.

Du möchtest das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation tiefergehend verstehen und anwenden?

Wir bieten dir in unserem Kommunikations-Coaching den Rahmen, das Konzept der GFK alltagstauglich umzusetzen und so positiven Einfluss auf dein Umfeld zu nehmen. Zudem bieten wir Coachings zum Thema Emotionale Intelligenz an. Emotionale Intelligenz fasst die Fähigkeiten zusammen, dass du deine eigenen Emotionen und Bedürfnisse erkennst sowie die deines Gegenübers, und dies in der Kommunikation nutzbar machen kannst. Wenn du dich für ein Coaching interessierst, nimm gerne Kontakt zu uns auf. 

Quellen in der Übersicht:

1 Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 12. überarbeitete Auflage. Junfermann, Paderborn, 2016.  

2 Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens, Junfermann, 10. Aufl. 2012.   

3 Infoportal Gewaltfreie Kommunikation. https://www.gfk-info.de/was-ist-gewaltfreie-kommunikation (Stand 14.11.2023)  

4 Blogbeitrag von Dr. Oliver Said https://www.ergotopia.de/blog/gewaltfreie-kommunikation (Stand 14.11.2023)  

5 Blogbeitrag von Susanne Lorenz. https://wirksam-kommunizieren.de/kritik-gewaltfreie-kommunikation/#Kritik_gewaltfreie_Kommunikation_6_Du_musst_immer_Bitten_formulieren_und_darfst_nie_wieder_fordern (Stand 14.11.2023)  

6 Blogbeitrag von Kathy Weber, GFK-Expertin.https://kw-herzenssache.de/gewaltfreie-kommunikation-beispiel/ (Stand 14.11.2023)  

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

WAS VERSTEHT MAN UNTER SOFT SKILLS
UND HARD SKILLS?

Soft Skills lassen sich nicht wie Hard Skills, die fachbezogenen Kompetenzen, in Form von greifbaren Ergebnissen abbilden und sind schwerer zu beschreiben. Ein Mensch mit ausgereiften Soft Skills verfügt über eine ausgeprägte Handlungskompetenz in Bezug auf zwischenmenschliche Bereiche. Diese Handlungskompetenz zeigt sich beispielweise darin, dass es der Person möglich ist, Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, klar zu kommunizieren, ihren Standpunkt zu vertreten, sich selbst zu managen und sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu sein.


Hard Skills sind die Kompetenzen, die über theoretischen Wissensinput und Wiederholungen erlernbar sind. Hierzu zählen Dinge wie mathematische Formeln, Datenanalysen, Software-Wissen oder andere Fähigkeiten, die wir uns kognitiv aneignen können. Beispielweise kann ein:e Arzt/Ärztin alle Frühsymptome einer Krebserkrankung nachlesen und auswendig lernen, um sie in der Praxis oder einer Klausur abrufen zu können (Hard Skill). Wie er/sie Angehörigen oder einer krebsbetroffenen Person die Diagnose emphatisch und klar mitteilt, zählt zu den Soft Skills. Das Beherrschen von Hard Skills ist in vielen Berufen ungemein wichtig, um seine Arbeit gut ausführen zu können. In unserem Beispiel hängt sogar möglicherweise der Verlauf einer Erkrankung davon ab, ob der/die Arzt/Ärztin über entsprechendes Fachwissen verfügt.  


Jeder Mensch verfügt über bestimmte Persönlichkeitseigenschaften, die den Charakter eines Menschen ausmachen. Neben diesen stabilen Eigenschaften sind Soft Skills keine statische Angelegenheit. Sowohl Soft Skills als auch Hard Skills sind erlernbar, und dass ein Leben lang. Grob lassen sich Soft Skills in vier Kategorien einteilen:  

Die Ausprägung der sozialen Soft Skills beeinflussen den Umgang mit anderen Menschen, wie positiv und harmonisch man Beziehungen zu anderen Menschen gestalten kann, und dabei für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse einstehen kann. Hierzu zählen beispielsweise Teamfähigkeit und Kritikfähigkeit

Menschen, denen früh mit Empathie, Wertschätzung und Anerkennung ihrer Person begegnet wurde, entwickeln ein positives Selbstbild und soziale Fertigkeiten.


Das Bindungsverhalten unserer Eltern prägt uns früh. Wir sind als Meschen jedoch in der Lage, lebenslang unsere Soft Skills weiterzuentwickeln.  

Warum sind Soft Skills im Beruf so wichtig? 

Wir leben in einem System, das früh Anerkennung für die Ergebnisse liefert, die wir durch Hard Skills erreichen. In der Schule geht es damit los, dass wir gute Noten bekommen, wenn wir die Unterrichtsinhalte in einer Klausur wiedergeben können. Später in der Universität beziehungsweise in der Ausbildung setzt es sich fort, dass wir immer wieder theoretisches Wissen erlernen und wiedergeben, um die geforderten Leistungsnachweise zu erbringen. In unserer digitalisierten Welt sind wir vermehrt vor dem Rechner und leisten eher kognitive Arbeit, die weniger mit Beziehungen zu anderen zu tun hat. Wir brauchen spezifisches Fachwissen in vielen Berufen, um sie erfolgreich ausführen zu können.  


Welche Auswirkungen das Vernachlässigen von Soft Skills in Unternehmen haben kann, zeigt die aktuelle Studienlage. Das Gallup-Institut hat den State of the global Workplace: 2022 Report veröffentlicht. Für den Report werden 105.000 Arbeitnehmende aus 146 Ländern mittels 12 Fragen telefonisch oder im persönlichen Kontakt befragt.


Der Report gilt als repräsentativ für die Arbeitnehmerschaft des jeweiligen Landes. Die Ergebnisse bilden ab, wie es Angestellten 2022 an ihren Arbeitsplätzen erging. Das Engagement der Mitarbeiter:innen stieg insgesamt wieder an - das bedeutet, dass die Arbeitnemeri:nnen wieder vermehrt einen Sinn in ihrer Arbeit gesehen haben und sich mit Kolleg:innen und Führungskräften verbunden fühlten.

Deutschland wartet dennoch mit eher traurigen Zahlen auf: Nur 16% der befragten Mitarbeiter:innen beschreiben eine emotionale Bindung zu ihrem/ihrer Arbeitgeber:in sowie den Kolleg:innen und empfinden Motivation für ihre Arbeit. 

69% liegen im Bereich „geringes Engagement“ und 15 % bei „gar kein Engagement“.  Insgesamt ist die Bindung an den Arbeitgeber in Europa besonders schwach, 44 % gaben an, dass es eine gute Zeit sei, um den Job zu wechseln – in Deutschland stimmen dieser Aussage sogar 53% zu. Nur 16 % der Befragten in Deutschland gaben an, sich aufgrund der dort gelebten Führung ihrer/ihrem Arbeitgeber:in verbunden zu fühlen.3 



Zum Thema Führung fand Businesssolver in einer Studie zum Thema Empathie am Arbeitsplatz heraus, dass 92% befragter Mitarbeiter:innen angaben, bei ihrer/ihrem Arbeitgeber:in bleiben zu wollen, wenn der/die Vorgesetzte mehr Empathie zeigen würde.4 Im Kontrast dazu gaben 68% der Führungskräfte an, Angst davor zu haben, weniger respektiert zu werden, wenn sie sich emphatisch zeigen5. Die HR-Beratung Harbinger hat sich mit der Frage beschäftigt, warum Mitarbeiter:innen 2023 kündigen und Ergebnisse aus verschiedenen Statistiken zusammengetragen. Die Ergebnisse können überraschen: 


Nur 12% waren so unzufrieden mit ihrem Verdienst, um dies als Grund für eine Kündigung zu sehen. Schlechte interne Kommunikation, keine Aussicht auf Fortschritt sowie fehlende Wertschätzung wurden als hauptsächliche Gründe genannt, warum Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verlassen wollen. Dicht gefolgt von mangelnden Karrieremöglichkeiten und der Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur.6 

Was macht Arbeitszufriedenheit aus? 

Nach den eher ernüchternden Zahlen stellt sich die Frage, was Menschen den wirklich wünschen, um Arbeitszufriedenheit zu erleben.


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hierzu im November 2021 einen Forschungsbericht veröffentlicht, der den Zusammenhang der Dimensionen


  • Gerechtigkeitsempfindungen,  
  • Einschätzung der persönlichen Weiterentwicklung,  
  • Zufriedenheit mit dem Einkommen und  
  • psychisches Wohlbefinden


von Mitarbeiter:innen in Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit untersucht.  

Die Ergebnisse zeigen, dass alle vier Dimensionen unabhängig voneinander Einfluss auf die Zufriedenheit nehmen. Es zeigte sich, dass nicht die Arbeitsbedingungen oder monetäre Anreize die Zufriedenheit ausmachen. Gleichwohl das Gehalt wichtig ist, können als schlecht empfundene persönliche Beziehungen am Arbeitsplatz nicht monetär aufgewogen werden.


Die Studie stellte heraus, dass insbesondere das Verhalten der Führungskraft einen großen Einfluss auf die Mitarbeiter:innen nimmt. Wenn das Handeln der Führung als fair empfunden wird, Zielklarheit herrscht, Mitarbeitende sich von der Führungskraft unterstützt fühlen und diese auch bei zwischenmenschlichen Konflikten eine ausgleichende Rolle einnimmt, hat sich dies positiv auf die Arbeitszufriedenheit ausgewirkt.


Auch die empfundene Hilfe durch Kolleg:innen wurde als positiver Einfluss gewertet, während Mobbing sich stark negativ auswirkt. Da schlechte Beziehungen am Arbeitsplatz der Zufriedenheit abträglich sind, stellt der Bericht die Wichtigkeit heraus, dass Führungskräfte Konflikte unter den Mitarbeiter:innen identifizieren können und mit Maßnahmen wirkungsvoll gegensteuern.


Die Forschenden konnten auf Basis ihrer Ergebnisse die These äußern, dass ein gelungenes Führungsverhalten andere Komponenten wie persönliches Wachstum durch Weiterbildung in einer Organisation zumindest teilweise ausgleichen kann. Andersrum kann eine strukturierte Personalentwicklung (wie das Bereitstellen von Fortbildungsmöglichkeiten) dazu beitragen, dass Mitarbeitende in ihrem Job zufrieden sind. 7

Welche Bedeutung nehmen Soft Skills in der Zukunft ein? 

Mit Blick auf die jüngere Vergangenheit der Arbeitnehmer:innenschaft in Deutschland zeigt sich, dass die Mehrheit sich nicht mit ihrem/ihrer Arbeitgeber:in verbunden fühlt. Viele schätzen ein, dass es eine gute Zeit ist, um den Job zu wechseln. Das Erleben des gezeigten Führungsverhaltens spielt im Hinblick auf die Zufriedenheit der Arbeitnehmer:innen eine zentrale Rolle.


Mangelnde gezeigte Empathie von Führungsseite ist ein schwerwiegender Grund, warum Menschen Unternehmen verlassen und unzufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sind. Hingegen ist ein als fair und unterstützend empfundener Führungsstil ein Faktor, der maßgeblich zur Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen beiträgt.


Unterstützung bedeutet neben der klaren Definition von Zielen auch Unterstützung bei der Lösungsfindung von Konflikten unter den Kolleg:innen. Wenn die Beziehungen zu Kolleg:innen als positiv und supportiv empfunden werden, ist das stärkend für alle. Das Erleben von Mobbing und das Zulassen entsprechender Strukturen durch die Führungsebene wirkt sich hingegen stark negativ aus. Die Studienlage stellt das Identifizieren und Begleiten von Konflikten als absolut wichtige Führungskompetenz heraus. Das Entwickeln der eigenen Soft Skills ist im Hinblick auf zukunftsfähige Führung, die Empathie und Wertschätzung (vor)leben kann, wichtiger denn je. 

Du möchtest deine Soft Skills erweitern und festigen? Du möchtest richtig fit werden und mit deinen Soft Skills einen Wandel in der Arbeitswelt mitgestalten? Du merkst immer wieder, dass du in bestimmten Situationen im Job nicht weiterkommst und willst Veränderungen? Du bist neu in deiner Führungsrolle? Wir haben Coachings, die sich schwerpunktmäßig mit Kommunikation, Konfliktmanagement, Resilienz, interkulturellen Kompetenzen und modernem Führungsverständnis beschäftigen. Du kannst deine Rolle reflektieren und den Input aus unserem Coaching gleich praktisch in deinem Arbeitsalltag umsetzen. Schau dich hier auf unserer Seite um, wenn du mehr erfahren willst.  


Der Blogpost kommenden Donnerstag beschäftigt sich mit der gewaltfreien Kommunikation und wie du sie für dich nutzen kannst, um so zu kommunizieren, dass du verstanden wirst und dein Gegenüber sich verstanden fühlt.   

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Quellen zu Fußnoten:

1 Artikel von Dr. Jürgen Fleig. https://www.business-wissen.de/hb/konflikte-im-unternehmen-ihre-folgen-loesungsansaetze/ (Stand 08.11.2023) 

2 Artikel von Jochen Mai. https://karrierebibel.de/soft-skills/ (Stand 07.11.2023) 

3 Spiegel-Artikel über die Ergebnisse des global workplace-report 2022. https://www.spiegel.de/karriere/state-of-the-global-workplace-2022-stresslevel-weltweit-auf-rekordhoch-a-24d86f12-376c-492a-b3fd-972e62839b21 

4 Businessolver. https://www.businessolver.com/resources/state-of-workplace-empathy (in Wartung am 08.11.2023) 

5 Businesssolver, 2021 empathy study. https://resources.businessolver.com/c/2021-empathy-exec-summ?x=OE03jO (Stand 08.11.2023)  

6 Harbinger-consulting. https://www.harbinger-consulting.com/blog/warum-kuendigen-mitarbeiter/ (Stand 07.11.2023) 

7 Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. fb-590-arbeitszufriedenheit-und-arbeitsbedingungen.pdf (bmas.de) (Stand 08.11.2023) 

Die Elternzeit - eine Überraschungstüte 

Die Elternzeit ist für die meisten Eltern eine Zeit, die mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Nach der Geburt bricht für die gesamte Familie ein neuer Lebensabschnitt an. Sein eigenes Kind kennenzulernen ist eine Erfahrung, die unvergleichbar ist. Die ersten Monate sind geprägt vom Rätselraten, was dieses kleine Wesen gerade braucht.


Neben Glücksgefühlen und "passiert-das-gerade-wirklich? – Momenten", können Sorgen und Zweifel, unfassbarer Schlafentzug, partnerschaftliche Auseinandersetzungen und körperliche Über- sowie geistige Unterforderung erlebt werden. 

Eltern sind unterschiedlich, haben andere Voraussetzungen und finden sich in unterschiedlichen Tempi in die neue Elternrolle ein. Zudem bringt jedes Kind einen individuellen Charakter, Bedürfnisse sowie gesundheitliche Voraussetzungen mit sich. 


Die persönlichen Empfindungen dieser Zeit sind sehr unterschiedlich: 

Manch eine:r geht sehr in der neuen Rolle auf und denkt wenig an seinen/ihren Job, andere wiederum vermissen ihre berufliche Tätigkeit nach kurzer Zeit.


Unabhängig davon, wie es dir geht: Früher oder später steht bei den meisten der Wiedereinstieg in den Beruf an. Bei vielen Eltern löst der bevorstehende Schritt zurück ins Berufsleben Gefühle von Unsicherheit aus.  

Es kann sehr erfüllend sein, Beruf und Familie zu leben. Viele Eltern machen sich jedoch Sorgen, wie sie den Balanceakt zwischen zwei so großen und komplexen Lebensbereichen halten können. Äußere Rahmenbedingungen, wie verfügbare Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice/Mobileoffice-Optionen und eine verständnisvolle Führungsetage sind Faktoren, die deinen Wiedereinstieg und die damit beginnende Vereinbarkeit beeinflussen. Manche Rahmenbedingungen kannst du aktiv beeinflussen, einen gewissen Anteil musst du als gegeben annehmen. In diesem Artikel haben wir sechs Tipps zusammengestellt, was du tun kannst, um dir den Wiedereinstieg zu erleichtern. 


Quellen:

[1] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/elternzeit/faq

[1] Statistisches Bundesamt https://de.statista.com/infografik/24835/anteil-der-vaeter-in-deutschland-die-elterngeld-beziehen/

[1] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/elternzeit/elternzeit-73832

Manche Eltern zweifeln nach der Elternzeit daran, weiterhin eine kompetente und leistungsfähige Arbeitskraft sein zu können. Während der Alltag mit einem Baby körperlich wahnsinnig anstrengend sein kann, ist er mitunter nicht unbedingt kognitiv herausfordernd. Das „geistige Futter“, welches ein Joballtag mit bereithält, ist nicht im selben Maß gegeben.


Am Ende der Elternzeit kann der Gedanke aufkommen, dass du fachlich nicht mehr so performen kannst, wie vor der Elternzeit. Es lohnt sich, deine Gedanken zu hinterfragen. Eine andere Perspektive einzunehmen, kann dir helfen, deine Elternzeit ganz anders einzuordnen. Durch die Elternzeit wächst du über dich hinaus, da du dir in kurzer Zeit in ganz verschiedenen Bereichen Kompetenzen aneignest, für die man in manchem Persönlichkeitsentwicklungsseminar viel Geld investiert. Und dieser Kompetenzzuwachs lässt sich auch in dein Arbeitsleben transferieren.


Dieser Zusammenhang ist manchmal nicht offensichtlich, deswegen hier ein Beispiel:

Mit einem Kind gibt es unglaublich viele Aufgaben, die anfallen. Seien es Anträge für Kita und Elterngeld; neue Kleidergrößen, die bedient werden wollen; Wissen, dass sich im passenden Zeitraum angeeignet werden muss (Wie trägt man ein Kind ergonomisch korrekt im Tragetuch? Was ist geeignete Beikost für einen Säugling? Welche Kinderkrankheiten gibt es und was tut man dagegen?) oder das Packen der Wickeltasche für einen Tagesausflug:


Du bist als Elternteil ständig damit konfrontiert, Prioritäten zu setzen, zu organisieren und zu strukturieren. Eine Fähigkeit, die auch in den meisten Arbeitsverhältnissen absolut essenziel ist.


Frage dich ganz konkret:

  • Was habe ich in welchem Bereich in der Elternzeit gelernt und wie lässt sich diese Kompetenz auch im Arbeitsleben anwenden?


Um dir deine neugewonnenen Kompetenzen bewusst zu machen, kannst du einfach mal im Alltag mitschreiben oder deine Mitmenschen befragen, welche Veränderungen sie an dir wahrgenommen haben. Fachlich kannst du dich auf dem Laufenden halten, indem du Fachzeitschriften liest, an (virtuellen) Meet-ups und Vorträgen teilnimmst oder Kontakt zu deinen Kollegen aufnimmst. Frage ruhig nach, was die aktuellen Entwicklungen in deiner Firma sind.  

Du möchtest dich gezielter vorbereiten?

Du stehst aktuell vor deinem beruflichen Wiedereinstieg?

Dein alter Job passt nicht mehr, und du möchtest dich gerne umorientieren


Dein Job zieht dir nur Kraft, du fühlst dich ausgebrannt?


Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Dich ein Thema, für welches du dir Lösungen wünschst?


Dann lass Dich unbedingt zu unseren Coachingangeboten beraten. Wir sind Expert:innen und Coaches für Vereinbarkeitslösungen und unterstützen dich gerne auf deinem Weg hin zu einem erfüllten Leben mit Familie und Beruf. 

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Was genau bedeutet Jobcrafting?

Der Begriff Crafting kommt aus dem Englischen und meint so viel wie „herstellen“. Jobcrafting kann in seiner Bedeutung mit „den eigenen Arbeitsplatz basteln“ übersetzt werdenDie Methode umfasst drei Bereiche, welche aktiv durch Arbeitnehmer:innen gestaltet werden können:

1. Task crafting


Task crafting umfasst deine Aufgaben, mit denen du im beruflichen Kontext zutun hast.

Sowohl die Rahmenbedingungen deiner Tätigkeit als auch die Offenheit deines Arbeitgebers bestimmen deine Gestaltungsspielräume natürlich mit. Dennoch lohnt sich der genaue Blick auf alle drei Bereiche, um deinen Job bestmöglich auf Dich zuzuschneiden.


An der Stelle kannst Du zudem einige überzeugende Argumente mitnehmen, sollte Jobcrafting in deiner Firma noch Neuland sein. Organisationen, die Jobcrafting bereits als festen Bestandteil eines erfolgreichen HR-Managements verstehen und entsprechende Strukturen für Ihre Mitarbeiter:innen zur Verfügung stellen, leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Mitarbeiterinnengesundheit.


Das Erleben von Selbstwirksamkeit in der eigenen Arbeit erhöht die intrinsische Motivation, sorgt für weniger Frust und mehr Freude an der Arbeit. Zudem arbeiten Teams, in welchen Mitarbeiter:innen nach ihren Stärken und Vorlieben orientiert arbeiten, effizienter und gewinnbringender zusammen. Aufgaben können passgenau so vergeben werden, dass das Potenzial eines jeden Einzelnen zur optimalen Ergebnislieferung ausgeschöpft wird.

Übrigens💡

Wenn du Jobcrafting für dich nutzen willst, benötigst du Gewissheit über deine eigenen Stärken und Bedürfnisse. In unseren Persönlichkeitsanalysen erhältst du einen detaillierten Einblick, welche Fähigkeiten du mitbringst, in welchen Kontexten du dich besonders wohlfühlst, wie du kommunizierst und welche Motive dein Handeln antreiben. Wenn du den Grundstein für deine berufliche Zufriedenheit legen willst, kann eine Persönlichkeitsanalyse ein nachhaltiger Schritt hin zu einer Karriere sein, die wirklich zu dir passt. Die von uns genutzten Persönlichkeitsanalysen sind wissenschaftlich evaluiert und liefern aussagekräftige Ergebnisse, auf deren Basis du wirklich gute Entscheidungen treffen kannst.

Beispiele, wie Du Jobcrafting nutzen kannst

Damit deine Gestaltungsspielräume für dich greifbarer werden, haben wir für dich drei Beispiele aus der Praxis zusammengestellt. Jedes Beispiel zeigt einen individuellen Weg, wie Jobcrafting genutzt werden kann. Du kannst dich von den Beispielen inspirieren lassen und zudem die Reflektionsfragen nutzen.


Hinweis: Die Beispiele kommen aus der Praxis, Namen und Umstände wurden von der Autorin verändert.

Situation:

Lisa ist seit drei Jahren als Bürokraft in einer kleinen Agentur angestellt. Ihr Job macht ihr Spaß und sie fühlt sich wohl. Da sie schon mehrere Jahre Berufserfahrung mitbringt, erledigt sie ihre Bürotätigkeiten routiniert und ist oft schon mittags fertig. Sie hat dann nicht mehr „so richtig“ was zu tun. Sie merkt, dass sie sich öfters langweilt und nicht so richtig weiß, was sie mit ihrer Zeit anfangen soll.


Mögliche Lösung:

In der nächsten Teamsitzung spricht Lisa konkret an, dass sie gerne neue Aufgaben annehmen möchte und Kapazitäten frei hat. Da sie das Unternehmen gut kennt, kann sie sich vorstellen, neue Mitarbeiter:innen an die Hand zu nehmen und eine Art „Buddy“ für die ersten 100 Tage im neuen Job zu sein. Ihr Team sowie ihre Chefin sind von ihrem Vorschlag begeistert. Lisas Vorgesetzte schlägt ihr zusätzlich vor, an den nächsten Bewerbungsgesprächen teilzunehmen, da aktuell Neueinstellungen anstehen. Lisa ist begeistert und überlegt gleich, auf welche Fragen es im Bewerbungsgespräch besonders ankommt.


Impuls zum Mitnehmen:

Task crafting umfasst deine Aufgaben im Job. Du kannst dir hier mehrere Aspekte ansehen:

  • Welche Aufgaben fallen mir schwer?
  • Welche besonders leicht? Warum?
  • Welche Aufgaben kann ich eventuell weglassen (wie die berühmten Protokolle, die keiner liest)?
  • Welche Aufgaben, die ich als unangenehm empfinde, kann eine Person aus dem Team übernehmen, der/dem die Aufgabe leicht(er) fallen?
  • Können wir Aufgaben im Team rotieren lassen?
  • Habe ich Aufgaben angenommen, die gar nicht in meinen Arbeitsbereich fallen?
  • Bin ich mit den Aufgaben glücklich, oder will ich Aufgaben wieder loswerden?
  • Möchte ich etwas neues Lernen?
  • In welchen Bereich des Unternehmens möchte ich Einblick gewinnen, den ich bisher noch nicht kenne?

Fazit

Job crafting ist eine tolle und vielseitige Möglichkeit, dich selbst als Gestalter:in deiner Arbeit zu verstehen und dein ganz persönliches Potenzial auszuleben. Jobcrafting gelingt besonders gut, wenn du deine eigenen Fähigkeiten und Vorstellungen kennst, um deinen optimalen Arbeitsplatz zu kreieren. Wir bieten dir in unseren Karrierecoachings Impulse, um deine berufliche Zufriedenheit zu erreichen. Klicke hier 👇 um dich über unsere Angebote zu informieren.

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können. 

Quellen:

Amy Wrzesniewski, Jane E. Dutton: Crafting a Job: Revisioning Employees as Active Crafters of Their Work. In: The Academy of Management Review. Vol. 26, No. 2 (April 2001), S. 179-201

2 Thiele, C. (2023). Was nützt Job Crafting – für Einzelne, Teams, Organisationen: Studienergebnisse Forschung Job Crafting/Positive Psychologie. In: Job Crafting. essentials. Springer Gabler, Wiesbaden.

Zum Reinhören: Podcast “Positiv Führen” von Christian Thiele Folge 53 “Job Crafting – was es ist, bringt und wie und wieso Führung es fördern sollte” 

EIN JOBWECHSEL WILL GUT ÜBERLEGT SEIN

Solltest du dich aktuell in einer Jobsituation befinden, welche unbefriedigend ist oder dich gar belastet, ist deine Wechselmotivation sicher groß.


Wer kennt nicht die Fantasie, dem/der leidigen Chef:in einfach die Kündigung hinzuknallen und in großen Schritten die Firma zu verlassen und nie mehr wiederzukommen. Auch wenn Unzufriedenheit mitunter eine Triebfeder für die lang ausstehende Entscheidung des Jobwechsels sein kann, nehme dir unbedingt ausreichend Zeit, deine Situation zu analysieren.


Schnellschüsse oder emotionale Entscheidungen enden sonst mitunter in einem neuen Arbeitsverhältnis, dass keine wesentliche Verbesserung für dich darstellt. 

Du kannst Deine bisherigen Erfahrungen nutzen, um herauszufinden, was du beruflich wirklich willst.

Manchmal hilft es, zunächst die Situation anzunehmen, dass dir dein aktueller Job nicht mehr gefällt. Diese Feststellung darfst du erst Mal so akzeptieren, und dich entspannen. 

Denn: Du kannst aktiv werden, und bist dieser Situation auf Dauer keineswegs ausgesetzt. 


In vielen Fällen lassen sich auch innerhalb Deines Arbeitsverhältnisses Lösungen finden, wie Du wieder mehr Zufriedenheit in Deinem Arbeitsleben erreichen kannst (Note: hierzu erscheint kommende Woche unser Artikel Jobcrafting – Gestalte Deinen optimalen Arbeitsplatz).


In anderen Fällen ist ein Wechsel auf Dauer unausweichlich. Die folgenden drei Punkte helfen dir, mehr Klarheit für dich zu gewinnen:   



Mitunter bist du in der Situation, dass du seit mehreren Jahren in einer Firma arbeitest, auf einer Position und mit den gleichen Kolleg:innen. Wenn du dich an deinem Arbeitsplatz seit Monaten langweilst, die Aufgaben immer dieselben sind und du alles „aus dem FF“ beherrschst, kann sich ein Gefühl von Unterforderung einstellen. Und auf Dauer ist dieser stagnierende Zustand nicht gerade motivierend. Sollte dich mangelnde Abwechslung zweifeln lassen, stelle dir folgende Fragen:


  • Weiß meine Führungskraft, dass ich mich unterfordert fühle?
  • Habe ich selbst innerhalb meiner Firma eine Idee, in welchen Bereichen ich mich weiterentwickeln kann?
  • Wäre ein interner Wechsel (beispielweise in eine neue Abteilung) eine Möglichkeit? 
  • Kann ich mit Kolleg:innen, mit denen ich sonst weniger zu tun habe, einen virtuellen Kaffee trinken oder mich zum Mittagessen treffen, um mit ihnen in einen spannenden Austausch zu kommen? 
  • Gibt es eine (berufsbegleitende) Weiterbildung, die mich voranbringen könnte? 


Solltest du in einer größeren Organisation arbeiten, gibt es mitunter auch interne Mentoring-Programme oder Netzwerke, welche deiner Karriere Anschub bieten können. Oft hilft es, bei einem Gefühl von Eintönigkeit selbst aktiv zu werden und bestehende Möglichkeiten auszuschöpfen.


Solltest du nach Beantwortung der Fragen jedoch zu dem Schluss kommen, dass du in deinem beruflichen Umfeld wirklich alles gesehen hast, kann es Zeit für einen Wechsel sein. Das Streben nach eigener Weiterentwicklung ist ein tiefes Bedürfnis, das wir auch im Arbeitsverhältnis ausleben dürfen.  


Umsetzungs - Impuls: Nutze deine Situation, um ohne zu großen Druck neue Optionen auszuloten. Solltest Du zu dem Ergebnis kommen, dass du eine neue berufliche Tätigkeit möchtest, kannst du systematisch deinen Bewerbungsprozess angehen. Setze dir wöchentliche Zeiten, in denen du neue Joboptionen recherchierst oder deine Bewerbungsunterlagen optimierst. Allein die Beschäftigung mit neuen Möglichkeiten, kann deine Stimmung heben und für Abwechslung sorgen.   

Fazit

Es gibt verschiedene Umstände, die dich über einen Jobwechsel nachdenken lassen. Reflektiere für Dich, was der Kern Deiner Unzufriedenheit ist, und entscheide dann, ob ein Jobwechsel für Dich in Frage kommt. 


Überlege für dich auch Möglichkeiten, Veränderungen in deinem bestehenden Arbeitsverhältnis zu erwirken. 


Übrigens: Du musst diesen Prozess nicht alleine durchlaufen - wir unterstützen dich mit unserem individuellen Job- und Karrierecoaching sehr gerne dabei, die für dich passende Lösung gemeinsam mit dir zu erarbeiten.


Wenn du Interesse hast, für dich Klarheit zu erfahren und Zufriedenheit in deinem Job zu erleben, melde dich bei uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.  

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können.